Wobsy – Freitag, der 13te
Es war Donnerstag der 12. Oktober und nach dem Abendessen (Wobsy war gut gefüllt
mit einigen Pfoten guten Bienenhonig.) wurde Wobsy noch einmal ganz besonders
emsig. Immer wieder lief er in die Küche und verschwand gleich anschließend im
Schafzimmer.
Zunächst hat sich die Teddymama nichts dabei gedacht, doch als Wobsy ein
weiteres Mal von der Küche ins Schlafzimmer tapste, wurde sie doch neugierig.
Leise folgte sie Wobsy und streckte den Kopf durch die Tür.
„Was machst Du denn da?“, fragte sie Wobsy, der gerade ein kleines Glas Honig
auf dem Nachtschränkchen abstellte.
Wobsy zuckte heftig zusammen und plumpste vor Schreck auf das Bett.
„Au, Maaaamaaaaaaa, musst Du mich soooo erschrecken?!“, brummte Wobsy.
„Hast Du etwa ein schlechtes Gewissen, oder warum zuckst Du so zusammen, Wobsy?“,
fragte die Teddymama lachend und setzte sich neben ihren Teddy. „Und was ist das
hier überhaupt?“ Die Teddymama zeigte auf den Nachttisch, auf dem neben dem Glas
Honig noch Honiglutscher, Honigkuchen und andere Leckereien lagen.
„Daaaas? Das ist alles für morgen“, brummte Wobsy und stellte sich schützend vor
seine gesammelten Schätze.
„Warum für morgen?“, wollte die Teddymama wissen. „Gibt es ab morgen nichts mehr
zu kaufen?“.
„Na klaaaar gibt’s das. Aber ich werde morgen nicht aufstehen, sondern den
ganzen Tag im Bett bleiben“, erklärte Wobsy voller Überzeugung.
„Und warum?“ hakte die Teddymama neugierig nach.
„Na, weil doch morgen der 13te Freitag ist und da gibt’s nur Pech und Ärger“,
brummte Wobsy. „Und damit mir nichts passiert, bleibe ich einfach im Bett.“
Die Teddymama lachte und knuddelte ihren Bären. „Du kleiner Feigling!“, neckte
sie Wobsy.
„Ich bin gar kein Feigbär“, protestierte Wobsy, und hätte er kein Fell gehabt,
hätte jeder gesehen, wie er rot anlief. „Ich bin nur vorsichtig!“
Am nächsten Tag, Freitag, dem 13ten lag Wobsy noch am Mittag im Bett. Nachdem er
sein Glas Honig geleert hatte, schaute nur noch seine Nase unter der Bettdecke
hervor. Zwischendurch war einmal die Teddymama da und steckte ihren Kopf durch
den Türspalt.
„Du, Wobsy…..“, sagte sie, „was ist eigentlich, wenn die Lampe von der Decke
fällt….?“
Kaum hatte sie lachend den Kopf aus der Tür gezogen, landete ein Kissen in dem
Spalt.
Wenig später hörte Wobsy wie sein Name durch das Haus klang:
„Woooooobsyyyyyyyyy!“, rief die Teddymama laut. „Wooobsyyyyy! Hier im Internet
hat Dir jemand geschriiiieben. Teddymama an Woooobsy Teddy: e-Mail für Wooobsy!“
„Was Post für mich?“, überlegte Wobsy und schon sprang er aus dem Bett. Wenn der
weltberühmte Teddy Wobsy eine e-Mail bekam, konnte ihn selbst Freitag der 13te
nicht aufhalten. Schon sauste er ins Wohnzimmer und zerrte der Teddymama am
Bein.
„Wo denn? Wo denn?“, drängelte Wobsy und wartete ungeduldig, das ihn die
Teddymama hoch hob.
„Na hier, Wobsy. Hier steht:
Ja, der Wobsy......der hat es meinen beiden
Enkelkindern angetan, die Geschichten und Abenteuer um diesen Kerl hören beide
immer wieder gerne.
Habt ganz herzlichen Dank für diese wundervollen Geschichten.“
„Zeig doch endlich“, brummte Wobsy ärgerlich, der immer noch am Boden stand und
unruhig von einer Pfote auf die andere stampfte.
„Und was, wenn ich dich fallen lasse? Ist doch Freitag der…“, neckte die
Teddymama ihren Wobsy. Weiter kam sie allerdings nicht, denn da wurde sie von
einem kleinen Bärentritt gestoppt.
„He, ich bin der weltberühmte Teddy Wobsy. Da muss Bär auch mal Opfer bringen.
Auch am 13ten Freitag“, brummte Wobsy.
Endlich hob ihn die Teddymama hoch und er konnte SEINE e-Mail lesen. Dabei wurde
er immer stolzer und ein breites Grinsen huschte über sein Teddygesicht.
„Da muss ich gleich antworten“, beschloss Wobsy.
„Duuuuu?“, hakte die Teddymama nach. „Na dann mach mal“. Mit diesen Worten
rückte sie zur Seite und ließ Wobsy an die Tastatur, der sofort anfing,
loszutippen.
„klkklllllllllllllluiiiiiiiiiiiiiiiireeeeeeee“
„Du, Mama“, brummte Wobsy kleinlaut. „Meine Pfoten sind doch zu groß für die
kleinen Tasten. Kannst Du nicht für mich tippseln?“
„Na, dann mach mal Platz“, sagte die Teddymama schmunzelnd und tippte die Worte
in den PC, die ihr Wobsy sagte:
Liebe Christa!
Hier ist der Wobsy und ich habe den Auftrag, Dich und Deine Enkel mal ganz dolle
zu knuddeln.
Meine Teddymama und Mensch, also Andrea und Jürgen haben sich so dolle über
Deinen Kommentar gefreut, dass ich die ehrenwerte Aufgabe erhielt und auch
endlich das erste Mal bei Seelenfarben antworten durfte. Musste lesen
gehen!!!!!!!!!!
Und ich möchte mich noch mehr bedanken! Also Du musst meiner Teddymama unbedingt
Deine postalische Adresse schicken. Dann bekommst Du für Dich und Deine Enkel
meinen Adventskalender auf CD-Rom.
Liebe Grüße
Wobsy
„Klasse, daaaanke!“, sagte Wobsy und drückte seine Teddymama ganz fest. „Jetzt
gönne ich mir eine Pfote Honig.“
Wobsy hatte seine Pfote gerade sauber geschleckt, als ihn die Teddymama erneut
rief.
„Wobsy, eine Antwortmail für Dich!“.
Schon saß Wobsy wieder am PC und las die e-Mail:
Lieber Wobsy,
lass dich mal ganz feste knuddeln. Finde ich klasse, dass du heute hier
reingeschaut und diesen Freitag nicht verschlafen hast.
Mann, hab ich mich über deine Mail gefreut.
Dieser Freitag ist ein ganz besonderer Freitag, denn bärige Grüße bekommt man
nicht immer, höchstens gaaaaaaanz selten.
„Und jetzt werden wir dieser Oma Christa Deine Advents - CD schicken, damit sie
den Kindern die Geschichten vorlesen kann“, schlug die Teddymama vor.
„Au jaaaaaaaaaa!“, brummte Wobsy und schlug ein paar übermütige
Teddypurzelbäume. „So werde ich noch viiiiiiiiel berühmter!“
„Na, dann lass uns mal Deine CD verpacken, Du kleiner Super - Teddy“, sagte die
Teddymama lachend und holte eine Versandtüte. Während sie die Adresse auf die
Tüte schrieb, gönnte sich Wobsy eine weitere Pfote Honig und meinte dann
schmatzend:
„Eigentlich ist *schmatz* der 13te Freitag *schmmmatz* gar nicht so schlimm *schmmmatz*“
© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach 2006