Der Findel-Teddy wird operiert
Wobsy und seine Teddymama pflegten den Findel-Teddy und erfreuten sich daran, dass der Teddy jeden Tag kräftiger wurde und sich von seinem Leben im Wald erholte. Oft saß Wobsy mit dem Teddy zusammen und sie erzählten sich gegenseitig, was sie in ihrem Teddyleben schon alles erlebt hatten. Der Findel-Teddy hatte viele aufregende und spannende Geschichten zu erzählen. Wenige Tage nachdem der Findel-Teddy von der Teddymama und Wobsy aufgenommen worden war, kam am Nachmittag der Teddydoktor zu Besuch. Der Teddydoktor untersuchte den Findel-Teddy und erklärte der Teddymama und den beiden Teddys, was er nun für den Findel-Teddy tun kann:
„ Du hast Dich ja schon prächtig erholt. Nur Deine Pfoten sind noch so verletzt, dass ich Dich operieren muss. Du wirst dann tief und fest schlafen, vielleicht etwas Wunderschönes träumen und während Du schläfst mache ich Deine Pfoten heil. Dazu werde ich die alte Teddyhaut vorsichtig entfernen und Dir an den Pfoten neuen Filz annähen. Wenn Du aufwachst, kannst Du dann wieder richtig herumlaufen und mit Deinen Pfoten wieder richtig zufassen.“
Etwas ängstlich schaute der
Findel-Teddy den Teddydoktor an und Wobsy nahm dem Findel-Teddy die Worte aus
dem Mund. Er sprang dem Teddydoktor auf den Schoß und schaute ihn eindringlich
an:
„Wird die Operation sehr wehtun? Du darfst ihm nicht wehtun, sonst wird er wieder ganz arg krank.“
Die Teddymama freute sich sehr über ihren besorgten Wobsy, nahm ihn zu sich auf den Schoß und erklärte Wobsy: „ Wobsy, jede Krankheit ist mit Schmerzen verbunden. Erst sind die Schmerzen ein Signal, dass etwas nicht in Ordnung ist. Aber auch das Heilen tut etwas weh. Sicher ist, und das konntest Du doch auch in den letzten Tagen sehen, dass es unserem Findel-Teddy nach dem Gesunden wesentlich besser gehen wird. Und von der Operation selbst wird Teddy gar nichts merken, weil er dann tief und fest schläft.“
Ganz kleinlaut aber dennoch mutig fragte der Findel-Teddy nun: „Wann kannst Du mich denn operieren?“
„Was hältst Du davon, wenn ich Dich gleich mit zu mir nehme und Dich noch heute operiere? Du bist schon so kräftig, dass Du die Operation gut überstehen wirst.“ antwortete der Teddydoktor.
„Bevor ich richtig Angst bekomme, sage ich am Besten gleich ja!“ brummte der Findel-Teddy kleinlaut. Der Teddydoktor verabschiedete sich von Wobsy und der Teddymama: „ Dann werden wir mal! In ein paar Stunden hat er das Schlimmste überstanden und dann bringe ich ihn wieder zu Euch, damit ihr ihn weiterhin so fürsorglich pflegen könnt, bis alles verheilt ist.“
In der Praxis des Teddydoktors bereitete der Teddydoktor sofort die Operation vor und erklärte dem Findel-Teddy genau, was er tun würde. Zusammen wählten sie sogar den neuen Pfotenfilz aus, der seinem alten zerschlissenen ja sehr ähneln sollte. Dann schickte der Teddydoktor den Teddy ins Traumland. Als der Teddy tief und fest schlief machte er sich an die Arbeit. Ganz vorsichtig und behutsam trennte er die Fetzen seiner Pfoten ab und nähte den neuen Filz ein. Das war zwar keine komplizierte Operation, aber die sorgfältige Arbeit brauchte seine Zeit. Nach ein paar Stunden weckte der Doktor den kleinen Teddy. Verschlafen und ein bisschen benommen schaute der Findel-Teddy den Teddydoktor an: „Fertig? Ist schon alles vorbei?“
Der Teddydoktor lachte und meinte: „Ja, Du hast die Operation gut überstanden. Jetzt werde mal ganz langsam wach, schau Dir mal Deine Pfoten an und wenn Du Dich von der Narkose erholt hast, bringe ich Dich zu Wobsy und der Teddymama. Sie haben schon angerufen und gefragt, wie es Dir geht.“
© 2004 by A. Redmann / J. Kraußlach