Mr. Bean


Als Wobsy an diesen Morgen die Treppe herunter kam, war es irgendwie anders als sonst. Klar, seine Teddymama hatte heute Geburtstag und nachdem er sie heute Morgen schon heftig geknuddelt hatte, versteckte er nun einen süßen Blumenstrauß hinter seinem Rücken. Dennoch war heute irgendetwas anders als sonst. Seine Teddyfreunde schienen alle noch zu schlafen. Zumindest hörte man heute kein übermütiges Brummen und kein wildes Toben. Irgendwie war es Wobsy ein wenig unheimlich. Als er in die Wohnstube kam, saßen seine Bärenfreunde artig auf ihren Plätzen und flüsterten leise. Einige seiner Freunde kicherten leise vor sich hin, andere tuschelten.

„Was ist denn mit euch los“, rief Wobsy gut gelaunt, überreichte seiner Teddymama den Strauß Blumen und schlug einen übermütigen Purzelbaum. Als Wobsy wieder zum Stehen kam, sah er ihn – Mr. Bean. Wobsy blieb erstaunt, überrascht und ein wenig erschrocken stehen und schaute Mr. Bean musternd an. Neckische Mütze, Brille, ein vom Leben gezeichnetes Gesicht und seeeehr weise.

„Ha.. Hallo... wer, wer bist Duuuu denn???“, fragte Wobsy ein wenig kleinlaut und kuschelte sich vorsichtshalber bei der Teddymama in den Arm.
„Ich bin Mr. Bean“, brummte der Bär mit tiefer, aber durchaus sympathischer Stimme. „Ich bin ein Teddylehrer und soll euch ein wenig unterrichten“, erklärte Mr. Bean. „Wie ich hörte, ward ihr alle noch nie in einer Bärenschule“.
„Au jaaaaaa!“, jubelte Wobsy begeistert. „Ich wollte schon immer mal zur Schule gehen und Ferien spielen!“
Die Teddymama lachte herzhaft auf und auch Mr. Bean schmunzelte sichtlich vergnügt.
„Aber zuerst werdet ihr eingeschult und bekommt eine richtige Zuckertüte“, versprach die Teddymama.
„Eine Zuckertüte?“, brummten einige Bären fragend. „Was ist das?“, wollte Wobsy wissen und schaute die Teddymama fragend an.
„Also“, sagte die Teddymama und fing an zu erklären. „Alle Kinder, die in die Schule kommen, bekommen am ersten Schultag eine Zuckertüte. Einige nennen sie auch Schultüte. Diese Tüte wird mit Süßigkeiten und Schulzeug gefüllt...“.
„Auch mit Honig?“, unterbrach Wobsy, begleitet von einem aufgeregten Brummen der anderen Bären.
„Ja, ja“, beruhigte die Teddymama ihre Bärenbade. „Für euch natürlich auch mit Honig“, sagte sie lachend. Auch Mr. Bean konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Er war sich sicher, dass er sich hier sehr wohl fühlen und mit der Bärenbande eine Menge Spaß haben würde.

„Und Du, Mr. Bean, Du bekommst auch was von dem Honig ab“, versprach Wobsy und schlug erneut einen übermütigen Purzelbaum. „Wobsy, bis zum ersten Schultag werden aber noch ein paar Tage vergehen. Ich muss mit Eurem Lehrer noch absprechen, was ihr so alles braucht und wo wir euren Klassenraum einrichten“, versuchte die Teddymama den übermütigen, freudigen Wobsy zu beruhigen. Aber der kleine Teddy wurde nur noch neugieriger: „Dann gehe ich jetzt erst mal raus zu Mercy und Lisa. Ich habe ihnen eine Menge zu erzählen und ihr könnt die Teddyschule vorbereiten.“
Schnell sprang Wobsy auf und rannte hinaus zum Spielplatz.


© 2005 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach