Du da, im Radio!
Die Teddymama war beschäftigt, während Wobsy in der Küche ein
wenig Honig naschte.
Auf der Durchreiche stand der Radiorecorder und nebenbei dudelte Musik.
Plötzlich verharrte Wobsy, schaute zum Radio und stutzte. „Was? Hallo… wo bist
Du?“, fragte Wobsy ein wenig irritiert. Er schleckte die Pfote sauber und lief
zur Durchreiche. Neugierig schaute Wobsy vorsichtig um die Ecke, ins Wohnzimmer.
Da war sie wieder, diese Teddystimme. „Hallo, ich bin Wuschelteddy und erzähle
Euch nun eine Geschichte“, hörte Wobsy diesen Teddy sagen.
Wobsy schaute völlig irritiert. „Wem? Mir? Wo hast Du Dich versteckt?
Haaaallooooo! Teddy?“
„Die Geschichte habe ich selbst erlebt“, erzählte der Teddy weiter.
Wobsy schaute wie gebannt auf das Radio. „Heeee, wer hat Dich denn in dem Ding
eingesperrt?“, rief Wobsy. „Warte, ich helfe Dir und befreie Dich!“
Schon war Wobsy an der Schublade mit dem Krimskrams und suchte einen
Schraubendreher.
„Der müsste passen“, brummte Wobsy, lief zurück zum Radio und machte sich ans
Werk. Mühsam setzte er den Schraubendreher auf die Schraube, was mit seinen
Teddypfoten nicht ganz einfach war. Ungeduldig brummelte Wobsy vor sich hin und
versuchte die Schrauben zu entfernen.
„Wobsy? Was machst Du denn da?“, hörte er seine Teddymama plötzlich besorgt
fragen. Sie nahm Wobsy den Schraubenzieher aus der Hand. Aber ehe sie ihm
erklären konnte, dass es sehr gefährlich ist, wenn man mit einem Schraubenzieher
an einem elektrischen Gerät herumbastelt, welches an den Strom angeschlossen
ist, erklärte Wobsy besorgt:
„Iiiiiiich? Ich muss einen Teddy retten, den irgendjemand im Radio eingesperrt
hat!“
„Aber Wobsy, im Radio ist kein Teddy eingesperrt! Außerdem ist es sehr
gefährlich, was Du da gerade versucht hast. Was hältst Du davon, wenn Du dem
Teddy einfach nur zuhörst?“
Wobsy setzte sich ganz nah an das Radio und lauschte. Ab und an brummte er
etwas, was die Teddymama nicht verstand. Sie war gerade mit dem Spülen fertig,
als die Teddygeschichte endete.
„Na, Wobsy, was hat Dir denn der Teddy im Radio erzählt?“
„Er hat von einem Ausflug auf einen Bauernhof erzählt!“
„Oh das war bestimmt interessant, oder? Pass mal auf, Wobsy! Du kannst doch
bestimmt auch Geschichten erzählen, oder?“
„Aber klar doch! ….. Ich kann erzählen, wie es bei einem Imker zugeht.“
„Na dann machen wir Dich jetzt mal zum Teddy im Radio!“ lachte die Teddymama.
„Ich will aber nicht in so einen Kasten eingesperrt werden!“
„Wirst Du auch nicht, aber so kannst Du lernen, dass auch der andere Teddy nicht
im Radio eingesperrt war.“
„Komm mal mit!“
Die Teddymama ging mit Wobsy ins Wohnzimmer und kramte mit ihm zusammen in einer
Schublade, an die Wobsy alleine nie dran durfte. Dort holte sie ein Mikrofon
heraus und eine leere Cassette.
Neugierig aber fast verstummt schaute Wobsy zu, wie die Teddymama das Mikrofon
an den Radiorecorder anschloss und die Cassette in ein Fach schob.
Dann reichte die Teddymama Wobsy das Mikrofon und bat ihn seine Geschichte vom
Imker zu erzählen.
Wobsy plapperte und brummte drauf los, starrte dabei unentwegt das Mikrofon an
und wunderte sich, dass er aus dem Radio nichts hören konnte.
„Fertig! Aber das Radio sagt nix. Da kommt nix mehr raus!“ Da die Teddymama
gerade nicht im Raum war, drückte er wahllos auf den vielen Knöpfen des
Recorders herum. Aber nichts tat sich und Wobsy wurde allmählich mächtig
ungeduldig.
Plötzlich ertönte seine Stimme ganz laut. Er erschrak: „Hilllllllffffffeeeeee,
Mama! Das Ding brüllt und brummt mich mit meiner Stimme an.“
Schnell kam die Teddymama zu ihm, drehte den Lautstärkenregler leiser und ließ
Wobsy seine eigene Geschichte hören.
Erst als Wobsy sich völlig beruhigt hatte, erklärte die Teddymama ihm, dass auch
der Teddy im Radio in ein Mikrofon gesprochen habe und dass man ihn deswegen
hören konnte.
© 2005 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach