Wobsy Show

Wobsy hatte Besuch von seinen Freunden Lisa und Mercy. Während Lisa mit der Teddymama auf der Terrasse einen Kakao trank, hatten sich Wobsy und Mercy davongestohlen. Jetzt saßen sie vor dem PC und Wobsy wusste genau, welchen Link er anklicken musste. Schon baute sich die Internetseite von Knut, dem Berliner Eisbären auf.
„Schau nur, wie groß Knut geworden ist“, brummte Mercy und stupste Wobsy an.
„Stimmt, der ist ganz schön bärig geworden. Aber stell Dir mal vor, wir wären auch so groß, Mercy…“, gab Wobsy zu bedenken.
„Aber das wäre doch toll. Dann wären wir beiden die weltbesten Suuuperbären….“, schwärmte Mercy.
„Ja, ja“, unterbrach ihn Wobsy. „Und dann müssten wir draußen schlafen, bekämen keinen Honig mehr und würden jeden Tag begafft.“
„Dann doch lieber plüschig klein und im Bettchen kuscheln“, brummte Mercy leise und lächelte.
„Genau Kumpel. Schau hier steht es ja: Im Zoo war Knut Show. Muss doch echt ätzend sein, wenn Du für alle den Affen... äh… Bären machen musst.“
Gespannt lasen Wobsy und Mercy den Bericht von der Knut Show; dass alle freien Eintritt hatten, die ebenfalls Knut hießen, das Fotos gemacht wurden, etc.“
Plötzlich setzte sich Wobsy auf, stemmte die Pfötchen in die Seite und knuffte Mercy an.
„Auuaaa“, brummte Mercy.
„Stell Dich nicht so an“, stichelte Wobsy. „Ich habe eine grandiose, suuubär Idee“, erklärte Wobsy und erzählte Mercy, was ihm gerade eingefallen war.
„Das ist wirklich eine suuuuper Idee“, stimmte Mercy zu und versetzte nun Wobsy einen anerkennenden Knuff.
„Auaaaa“, brummte jetzt Wobsy.
„Mädchen!“, konterte Mercy und beide lachten herzhaft auf. Gemeinsam machten sich die beiden Bären auf den Weg zur Teddymama und Lisa.
„Alles mal herhören“, brummte Wobsy und kletterte mit Mercy auf das Sofa. „Mercy und ich haben eine teddymäßig, supertolle Idee.“
Lisa und die Teddymama verstummten und schauten erst sich und dann die beiden Teddys gespannt an. „Na, dann schießt mal los, was ihr wieder ausgeheckt habt“, forderte die Teddymama.
„Is Schonzeit!“, rief Mercy begeistert und schlug eine Purzelbaum.
„Was is...?“, kam es aus Lisas Mund.
„Quatschkopp“, brummte Wobsy und knuffte Mercy. „Erstens ist der Purzelbaum meine Angelegenheit und zweitens ist die Schonzeit…. Schau Teime“.
„Selber Quatschekopp“, brummte Mercy und knuffte zurück.
„Halt! Stopp!“, griff die Teddymama ein. „Schonzeit?“
„Neeee! Schau Teime“, kam es wie aus einem Teddymäulchen und beide Bären schlugen kichernd einen Purzelbaum.
„Wovon redet ihr eigentlich?“, wollte Lisa wissen.
„Also, wir haben uns überlegt, eine Teddy Show zu machen. Eine Teddy Wobsy und Mercy Show.”
„Genau“, stimmte nun Wobsy ein. „Alle die Wobsy oder Mercy heißen, dürfen uns hier am Wochenende besuchen und ein groooooßes Glas Honig mitbringseln. Dafür dürfen die uns dann fotofieren und sich mit uns fotofieren lassen.“
„Das heißt grafotofieren“, brummte Mercy und Lisa und die Teddymama mussten lachen.
„Los Kumpel, dann lass uns mal gleich einen Aufruf im Internet starten“, beschloss Wobsy und wollte schon vom Sofa hüpfen.
„Nun mal langsam, kleiner Teddy“, stoppte ihn die Teddymama und hob ihn hoch.
„Ihr habt wohl wieder heimlich im Internet gesurft und auf Knut´s Seiten gestöbert. Eure Idee ist nämlich abgekupfert…“
„Höchstens ausgeliehen“, protestierte Wobsy energisch.
„Ja, geliehen gar nicht abgeklaut“, brummte Mercy. „Außerdem machen wir zwei Scho Teime Tage. Einen Wobsy Scho Teim Tag und einen Mercy Scho Teim Tag“
„Und wieso gleich zwei solcher Tage?“; wollte Lisa wissen.
„Naaa dann gibt es zweimal Hoooonig“, brummte Wobsy.
„Mädchen!“, brummte Mercy kopfschüttelnd und fing sich nun einen Knuff von Lisa ein.
„Auuuaaaaaa!“, brummte Mercy gespielt beleidigt.
„Selber Mädchen“, neckte Lisa.
Die Teddymama freute sich über die gute neckende Laune ihrer Gäste und doch musste sie die beiden Teddys nun auf den Boden der Realität zurückholen. Aber wie?
Sie ging in die Küche und achtete darauf, dass weder Wobsy noch Mercy sie durch die Durchreiche sehen konnten. Schnell nahm sie zwei kleine Honiggläser aus ihrem geheimen Honigvorratsschrank und überklebte die Etiketten. Auf die neuen Aufkleber schrieb sie „Schonzeit-Honig“.

Applaudierend ging sie zurück ins Wohnzimmer und Lisa und die beiden Bären verstummten abrupt.
„Da habt ihr mir hier heute aber eine tolle Show vorgeführt. Zur Belohnung gibt es für jeden Teddy ein Glas Honig! Einen ganz besonderen Honig!“
Die Teddymama überreicht den beiden Bären die kleinen Honiggläser richtig feierlich. Und als die Teddys die Aufschrift entzifferten, lachten sie laut auf schlugen nochmals Purzelbäume und wie aus einem Teddymaul prusteten sie: „An unsere Schau Teim kommt Knut nicht ran!“


© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach 2007