Weihnachtsbaumkauf
Wobsy hatte Besuch von seinen beiden Freunden Lisa und Mercy. Sie saßen
gemütlich in der warmen Stube, bastelten gemeinsam Strohsterne und genossen den
warmen Kakao, den ihnen die Teddymama gekocht hatte.
Nachdem schon einige Strohsterne fertig und der Kakao ausgetrunken war, setzte
sich die Teddymama zu den drei Freunden.
„Was haltet ihr denn davon, wenn wir jetzt gemeinsam einen Weihnachtsbaum kaufen
gehen. In zwei Tagen ist Weihnachten, da wird es langsam Zeit“, sagte die
Teddymama.
„Auf ja... einen Tannenbaum kaufen“, rief Wobsy aufgeregt und schlug einen
Purzelbaum.
„Dürfen wir denn mitkommen?“, fragte Lisa und nahm ihren Mercy auf den Arm.
„Aber natürlich dürft ihr mitkommen“, sagte die Teddymama. „Und weil ihr so toll
beim Tragen helft, dürft ihr den Baum anschließend auch schmücken“.
„Au jaaaa, mit den Strohsternen“, brummte Mercy und knuffte seinen Freund Wobsy.
Die Teddymama hatte kaum die Kakaotassen abgeräumt, da standen die Drei warm
eingepackt, abmarschbereit im Flur.
„Na, ihr habt es aber eilig. Nun lasst mich wenigstens auch noch einen Mantel
überziehen“, sagte die Teddymama schmunzelnd. Wenig später waren die drei auf
dem Weg zu einem Weihnachtsbaumverkauf. Lisa hielt die Hand der Teddymama und
die beiden Bären saßen im Rucksack der Teddymama und alberten herum.
Es dauerte nicht lange, da hatten sie einen der Verkaufsstände erreicht und
begutachteten die angebotenen Bäume. Es gab große und kleine, breite und
schlanke, pieksende und welche mit ganz weichen Nadeln, es gab teure und
preiswerte Bäume.
So sehr die vier auch suchten, den richtigen Baum schienen sie nicht zu finden.
Sie wollten gerade zu einem anderen Stand gehen, als Wobsy aufgeregt rief:
„Den da, den da, der ist richtig! Den wollen wir mitnehmen! Oder was meint ihr?“
Die Teddymama nahm den Tannenbaum, auf den Wobsy wie wild zeigt und stelle ihn
zur Begutachtung vor sich hin.
„Aber Wobsy, der hat eine krumme Spitze. Und hier ist ein Loch, als würde da ein
Ast fehlen. Und.....“:
„Den wollen wir“, rief Wobsy aufgeregt. „Gerade weil er nicht sooooo schön
aussieht. Sonst kauft ihn keiner und der Baum muss Weihnachten hier draußen
bleiben. Dann wurde er abgesägt und darf nicht mal eine Wohnung schmücken“,
brummte Wobsy und schaute seine Teddymama mit seinen braunen Kulleraugen an.
„Ja, ich finde Wobsy hat recht“, hörte sie nun auch Lisa sagen. „Muss es denn
immer der schönste Baum sein. Es gibt doch auch gaaanz liebe Menschen die nicht
gerade schön sind. Und die lässt man ja auch nicht alleine, oder?“ Auch von
Mercy war nun ein zustimmendes Brummen zu hören.
Die Teddymama schaute die drei Freunde an und dann huschte ein Lächeln über ihr
Gesicht.
„Ihr habt Recht. Und so schlimm sieht der Baum ja auch gar nicht aus“, sagte sie
und brachte ihn zur Kasse. Dort wurde der Baum in ein Netz gesteckt und wenig
später waren die Vier auf dem Heimweg. Während die Teddymama unten am Stamm
anfasste, trug Lisa die Baumspitze.
„Duuuuuu“, brummte Wobsy plötzlich aus dem Rucksack der Teddymama. „Warum
stellen sich Menschen eigentlich zu Weihnachten Bäume ins Haus und schmücken
sie?“
„Na weil es schön aussieht“, brummte Mercy zurück und versetzte Wobsy erneut
einen Knuff.
„Ja, natürlich sieht es schön aus“, sagte die Teddymama. „Aber der wahre Grund
ist ein anderer. Also, das ist so:
Jede Familie hat da so ihren eigenen Brauch, wie sie es mit dem Weihnachtsbaum
handhaben. Bei uns zu Hause war es früher so, das die Kinder den Baum erst zur
Bescherung sehen durften. Er wurde am Morgen aufgestellt und dann wurde die gute
Stube verschlossen. Natürlich durfte der Weihnachtsmann beim Schmücken des
Baumes und beim Ablegen der Geschenke keinesfalls gestört werden. Erst am Abend,
zur Bescherung wurde der Baum beleuchtet und er durfte bewundert werden.
Der
Brauch an sich ist schon viele hundert Jahre alt und den Weihnachtsbaum sollen
Kinder erfunden haben.
Diese Kinder wollten in einer Kirche das Paradiesspiel aufführen. Diese Spiel,
oder die Geschichte des Spieles handelt von der Erschaffung des Menschen bis hin
zum Alltag.
Als Umgebung oder Kulisse für diese Aufführung diente der „Baum des Leben“. Die
Kinder besorgten sich einen Tannenbaum, schmückten ihn mit Paradiesäpfeln und
befestigten Kerzen daran, um den „Stall von Bethlehem“ zu erhellen.
Ja und so entstand der Brauch um den Weihnachtsbaum. Seid dem stellen die
Menschen zu Weihnachten einen Tannbaum auf und schmücken ihn mit Strohsternen,
Kugeln und mit Kerzen“.
Lisa, Wobsy und Mercy hatten der Erklärung der Teddymama fasziniert gelauscht
und hatten kaum mitbekommen, das sie schon zu Hause angekommen waren.
„Das ist aber eine schöne Geschichte“, sagte Lisa und die beiden Teddys stimmten
brummend zu.
Die Vier trugen den Baum ins Haus und stellten ihn in den Ständer.
„Und morgen“, sagte die Teddymama, “dürft ihr den Weihnachtsbaum schmücken, wenn
ihr wollt“.
© 2004 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach