Wobsy, der Weihnachtsreporter

Wobsy hörte zufällig mit, wie sich die Teddymama mit Mensch über den diesjährigen Adventkalender für die Homepage unterhielten.
„Einen Kalender mit Interviews… für jeden Tag einen… von verschiedenen Leuten…“, hörte Wobsy die Teddymama in den Telefonhörer sagen.
„Au ja“, dachte sich Wobsy. „Das ist ein Job für mich.“ Schon flitzte er auf seinen kleinen Pfoten ins Wohnzimmer. „Weihnachtsreportieren! Genau das Richtige für mich“, brummte Wobsy vor sich hin. Der kleine Teddy suchte in den Sachen der Teddymama nach dem alten Kassettenrecorder und dem Mikrofon. Jetzt noch neue Batterien eingelegt und fertig.
„So!“, sagte Wobsy zu sich selbst, „ jetzt kann ich reportieren gehen. Ups, eines fehlt noch….“ Schnell zog sich Wobsy seine Weihnachtsmütze über und lief zur Teddymama.
„Taaaraaaa! Hier bin ich!“, rief Wobsy und stellte sich breitbeinig vor die Teddymama.
„Wie siehst Du denn aus, Wobsy?“, fragte die Teddymama und musterte ihren kleinen Teddy.
„Na, was würdest Du denn sagen?“, brummte Wobsy.
„Ich würde sagen, Du bist ein Kassettenrecorder tragender Teddybär“, schmunzelte die Teddymama.
„Fast richtig“, brummte Wobsy ein wenig beleidigt, weil die Teddymama nicht erkannte, was er war, oder sein wollte.
„Ich bin Wobsy, euer Adventkalender- Weihnachtsreportierer!“, brummte Wobsy und hielt der Teddymama das Mikrofon unter die Nase.
„Was bist Du?“, hakte die Teddymama nach.
„Na, euer Weihnachtsreportierer“, brummte Wobsy. „Also Du, wo haben Sie ihren Honig und meinen Sie nicht, kleine Teddys hätten etwas davon verdient?“, fragte Wobsy und schaute die Teddymama neugierig an.
Die Teddymama musste lachen und hob ihren kleinen Bären hoch. Dann nahm sie das Mikrofon und schaltete den Recorder ein. „Den Honig habe ich sicher versteckt, um ihn vor neugierigen Bärenpfoten zu schützen. Und um auf Ihre zweite Frage zu antworten… Ja, manchmal haben kleine Teddys Honig verdient, aber eben nur manchmal.“
„Hmmmm“, brummte Wobsy. „Was heißt Mantschmal“.
„Na ja, nicht während der Arbeit. Und eine Repor…. Wie war das? Bei einem Interview isst man nicht. Die Menschen lassen sich nicht von schmatzenden und honigklebrigen Teddys befragen“, sagte die Teddymama gespielt ernst.
„Das heißt Reportierer“, motzte Wobsy. „Und ich mache Interwiefs. Und zwar für UNSEREN Adventkalender. Mensch wird begeistert sein…“, motzte Wobsy weiter.
„Du Naseweiß“, neckte die Teddymama ihren Wobsy, der sofort gedankenverloren an seine Nase fasste, was der Teddymama ein Schmunzeln entlockte.
„Erstens heißt das nicht Reportierer sondern Reporter und der macht keine Interwiefs sondern Interviews.“
„Sage ich doch“, brummt Wobsy. „Und jetzt lass uns Reporter gehen!“
„Interviewen“, verbesserte die Teddymama.
„Na was denn nun?“, brummte Wobsy „Reporter, reportieren, interviewen, oder was?“
„Der Reporter führt Interviews, Wobsy. Aber erst einmal müssen wir Leute finden, die Dir Fragen beantworten möchten. Und Du musst Dir Fragen ausdenken.“
„Ach ja, klar“, motzte Wobsy. „Alles soll ich wieder machen. Vielleicht kann Mensch auch mal denken…. Wenn ich schon den Reporter mache!“
Die Teddymama lachte laut auf und griff nach dem Telefon. „Das muss ich Mensch erzählen“, kicherte sie und wählte bereits die Telefonnummer von Mensch.
„Verpetze mich nur! …. Und doch habe ich Recht. Mensch hat immer Ausreden, wenn er wobsieren soll. … Ich meine, wenn er meine Abenteuer aufschreiben soll.“ Wobsy plumpste auf seinen Popo und stemmte sich die Arme unters Kinn. Dabei versuchte er so sauer, resignierend und ernst zu schauen wie nur möglich.
„Aber Wobsy, hör mal zu, wir stellen das jetzt ganz geschickt an!“ flüsterte die Teddymama dem Teddy noch rechtzeitig ins Ohr bevor sich Mensch am anderen Ende der Telefonleitung meldete.
Die Teddymama verpetzte ihren kleinen Wobsy natürlich nicht, sondern lobte ihn in den höchsten Tönen.
„Ja, Wobsy macht die Interviews. Er ist schon perfekt ausgestattet. Aber Wobsy und ich können nicht alles machen. Du willst doch sicherlich nicht, dass Wobsy jeden nach seinen Honigvorräten ausfragt, oder? Also lass Dir mal ein paar Fragen einfallen!“ sagte die Teddymama in den Hörer.
Und Wobsy brummte laut: „Wenn Du nix machst, musst Du mir ganz dolle viel Honigunterhalt bezahlen!“
Die Teddymama und Wobsy schauten sich an und prusteten laut lachend los.

 

Text: © Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach 2007

Bild: © Bianka Behrami 2007