Antwort für Wobsy

An dem Tag, an dem Mensch Geburtstag hatte, lief Wobsy aufgeregt in der Wohnung auf und ab. Immer wieder ließ er sich auf seinen Teddypopo plumpsen und fragte seine Teddymama:
„Duuhuuu, Mama, meinst Du, Mensch hat unseren Wortschatz schon bekommen?“
„Also, eben, als wir Mensch am Telefon gratuliert haben, war die Post noch nicht da“, erklärte die Teddymama.
„Och menno“, brummte Wobsy. „Können diese Postbringer nicht mal schneller machen“, motze er.
„Die Postbringer sind Paketboten, Postboten oder ….“
„Beamte…..“, motzte Wobsy weiter und die Teddymama musste unweigerlich schmunzeln.
„…. Briefträger. Und bei der Post gibt es keine Beamte mehr“, sagte die Teddymama und beendete ihren angefangenen Satz.
Jetzt erst fiel Wobsy ein, dass der Ehemann von der Teddymama, ja ein Beamter ist. „Uuuups“, brummte Wobsy leise und schaute verlegen zu Boden. „Sorry wegen dem… Beamten“, sagte Wobsy und musste sich gleichzeitig ein Grinsen verkneifen.
„Schwamm drüber“, sagte die Teddymama und stellte ein Glas Honig auf den Tisch, um Wobsy die Wartezeit zu versüßen.
„Nööö, nix Schwamm drüber, Pfote rein“, brummte Wobsy und ließ es sich schmecken.
Kaum war die Pfote sauber geschleckt, wanderte Wobsy wieder auf und ab. „Schau doch mal am PC, ob Mensch da ist“, drängelte Wobsy. „Vielleicht ist ja unser Wortschatz jetzt da.“
„Wobsy, Mensch hat Frühstücksgäste, da wird er erst später an den PC kommen. Und die Post kommt dort erst gegen Mittag.“
„Na und? Dann sind wir auch Gäste. Pcpurzeltachskaffeeaufwortschatzwartegäste“, motzte Wobsy. „Und wenn der Briefträgerpostbotenbeamte unser Wortschatz verbummelt hat, dann spiele ich mit denen HDB.“
„HDB? Was ist das denn nun schon wieder, Wobsy?“
„Hau den Brief…, Beam… also… Post… ähm, ich muss mal eben verschwinden“, rief Wobsy tauchte hinter dem Sessel ab.
Es dauerte nicht lange, da kam Wobsy hinter dem Sessel wieder hervor. Die kleinen Teddypfoten hinterm Rücken verschränkt und leise pfeifend schlenderte er zu seiner Teddymama, die am PC saß. „Meinst Du, der Paketbote war schon bei Mensch? Die sind doch sicher fertig mit dem Gästefrühstücken.“
„Ich schaue mal nach, Wobsy“, sagte die Teddymama und öffnete den Messenger am PC.
„Ja, schau mal!“, drängelte Wobsy und kletterte bei der Teddymama auf den Schoß.
„Aber vielleicht zieht Mensch ja sein frisches Honigbrötchen dem Wortschatz vor….“, neckte die Teddymama ihren Wobsy und erntete dafür einen kleinen Knuff.
„Du bist ja selbst neugierig“, brummte Wobsy und schaute gespannt auf den Bildschirm.
„Heeeey, daaaa, da ist Mensch!“, freute sich Wobsy und schlug vor dem Bildschirm einen Purzelbaum. „Haaaaaloooo Meeheeensch! Alles Woooobsy Gute zum Purzeltag“, rief Wobsy in Richtung Videocam.
„Hallo Wobsy“, antwortete Mensch und winkte. „Danke für Eure Glückwünsche.“
„Ist der Wooo… uuumpf.“ Weiter kam Wobsy nicht, denn da hatte er den Finger der Teddymama im Bäuchlein, die nun selbst Mensch zum Geburtstag gratulierte.
„Ist unser Päckchen schon angekommen?“, fragte Wobsy scheinheilig, um zu retten, was noch zu retten war.
Mensch lachte bei der Frage, wusste er doch, wie ungeduldig Wobsy sein konnte. „Nein Wobsy, der Postbote war noch nicht da. Ich denke, er kommt gegen Mittag.“
„Na hoffentlich, bevor der Mittagessen geht“, brummte Wobsy und verzog sein Gesicht zu einer grimmigen Grimasse.
Mensch, die Teddymama und Wobsy redeten noch ein wenig am PC, ehe Mensch mit seinem Hund Gassi gehen musste.
Auch die Teddymama und Wobsy zogen sich schließlich zur Mittagspause vom Computer zurück.
Das Päckchen war immer noch nicht eingetroffen und Wobsy wurde mittlerweile immer brummiger.
Nach einem kleinen Nickerchen kochte sich die Teddymama ihre heißgeliebte Tasse Cappuccino. Wobsy nutzte die Zeit, um schon mal den PC hochzufahren.
Dann öffnete die Teddymama das virtuelle Postfach, um zu schauen, ob eine Nachricht von Mensch da war.
„Post von Mensch“, sagte die Teddymama und Wobsy stieß einen deutlich hörbaren Seufzer aus. Dann las die Teddymama vor, was Mensch geschrieben hatte:

Hallo Wobsy, mein honigsüßer Wortschatzsucher.

Ich habe mich sehr über euren Wortschatz gefreut. Das ist wirklich eine ganz tolle Idee und jetzt gehen mir die Worte bestimmt nicht mehr aus.
Ich habe die ersten Worte aus Deinem Wortschatz geborgen und daraus ist folgendes Gedicht entstanden:


Träumen

Träumen am Tage,
träumen im Dunkeln,
träumen im Schlaf und
träumen hellwach.
Träume in endloser Farbenpracht,
schön wie ein Regenbogen,
der irgendwann verblasst.

© 2007 by Jürgen Kraußlach / Wobsy
(Dieses Gedicht ist dem Teddy Wobsy gewidmet)


So, Wobsy, nun schnapp Dir mal Deine Teddymama, schleck Dir den Honig von der Pfote und bring die Zeilen in Deinen Blog.
Wie ich Dich kenne, musst Du es ja gleich der ganzen Welt zeigen....

Fröhliche Purzelbäume und bis nachher

Mensch


Wobsy wurde bei den Zeilen mächtig stolz und schlug gleich drei oder vier Purzelbäume und hätte ihn die Teddymama nicht aufgefangen, wäre er unsanft auf seiner Teddynase gelandet.
„Mensch hat MIR ein Gedicht geschrieben“, brummte Wobsy aufgeregt. „Da steht gewindet…wippnet, gewid… … also das es MEIN Gedicht ist.“

„Da hat Dir Mensch ein sehr schönes Gedicht gewidmet“, sagte die Teddymama. „Ich glaube, unser Geschenk war ein Volltreffer…“
„Ja, das war eine suuuper duuuper Wobsy Idee, oder?“
„Ja Wobsy, das war es“, stimmte die Teddymama zu und drückte ihren Teddy.

© 2007 by A. Redmann / J. Kraußlach