Wobsy besucht die Zeitungsredaktion
Der Zirkusbesuch war für Wobsy und seine Freunde ein richtiges Abenteuer und
hatte alle richtig geschafft. Wobsy war sogar so müde, dass er schnurstracks und
freiwillig ins Bett marschierte, nachdem sie heimgekommen waren.
Die Teddymama setzte sich noch einen Moment zu Wobsy ans Bett und fragte: „Was
ist denn mit Dir los? Du willst ohne Abendbrot ins Bett? Bist Du krank?“
„Nein, nur müde und weltberühmt! Ich … ich …bin …. der…. welt….. berühmte….
Zirkus…. purzel…..“ und schon war Wobsy selig eingeschlafen.
Am nächsten Morgen hörte die Teddymama, wie um 5:30 die Tageszeitung in den
Briefkasten geworfen wurde. Leise stand sie auf und holte sich die Zeitung. Sie
war sehr neugierig, was der Reporter über ihren Wobsy geschrieben hatte. Mit der
Tageszeitung und einer Tasse Schokocappuccino wanderte sie auf Zehenspitzen
wieder ins Bett. Sie wollte Wobsy auf keinen Fall so früh wecken und erst selbst
in aller Ruhe die Zeitung lesen. Doch als sie sich gerade wieder ins Bett gelegt
hatte, taumelte ein ganz verschlafener Wobsy auf ihr Bett zu: „Mama darf ich
kuscheln kommen? Mir ist kalt!“
Und schon kletterte Wobsy auf ihr Bett. Unter seinen Pfoten raschelte die
Tageszeitung und Wobsy machte neugierig die Augen auf: „Uiihh, schau mal ich
träume! Da bin ja ich in der Zeitung!“
„Deine Träume kann ich doch gar nicht sehen, kleiner Schelm! Aber der kleine Bär
in der Tageszeitung sieht Dir zum Verwechseln ähnlich!“ lachte die Teddymama.
Wobsy rieb sich den Schlaf aus den Augen und erinnerte sich plötzlich: „Das ist
der Bericht von dem Potter ach nee, Repotter ach dem Zeitungsmensch und der
kleine Bär auf dem Bild, das bin ich! Los, lies mal vor!“
„Bitte“, sagte die Teddymama kurz und gab Wobsy einen kleinen Stups auf die
Nase.
„Danke“, antwortete Wobsy frech und kicherte. Dann lauschte er den Worten der
Teddymama, die ihrem Wobsy den Bericht aus der Zeitung vorlas.
„Die meinen mich“, kommentierte Wobsy stolz die Zeilen und lächelte. „Besuchen
wir heute den Porter in der ... mmhhh Reaktion?“, wollte Wobsy wissen.
Die Teddymama schmunzelte. „Den Reporter in der Redaktion, Wobsy“, verbesserte
sie ihren kleinen Freund. „Ich werde nachher mal anrufen und fragen, ob der
Reporter Zeit für uns hat“, versprach die Teddymama. Sofort sprang Wobsy aus dem
Bett.
„Los komm“, drängelte er. „Wir rufen da gleich an“.
„Aber Wobsy, dafür ist es viel zu früh. Das machen wir nachher“
„Na, dann lass uns wenigstens schon mal frühstücken“, brummte Wobsy, der kaum
die Zeit abwarten konnte.
Am späten Vormittag machte sich die Teddymama dann mit Wobsy, Lisa und Mercy auf
den Weg in die Redaktion der örtlichen Tageszeitung.
Auf dem Weg dorthin benutzten die vier den Bus. Einige Kinder, die ebenfalls mit
dem Bus fuhren, erkannten Wobsy und fragten die Teddymama, ob das der Teddy aus
der Zeitung sei, der so toll Purzelbäume schlagen kann.
„Na klar bin ich das“, brummte Wobsy stolz, noch ehe die Teddymama antworten
konnte.
Die Kinder kicherten und alle wollten Wobsy streicheln, was er sich nur zu gerne
gefallen ließ. Zudem war Wobsy teddymächtigstolz, weil er von den Kindern
erkannt wurde.
„Schau nur, unser Wobsy fühlt sich wie ein kleiner Star“, flüsterte Lisa der
Teddymama zu.
Von Mercy allerdings war nur ein leises Brummen zu hören, schien man ihn doch
völlig zu vergessen. Aber da kannte er Wobsy schlecht.
„Das da ist mein allerbester Freund und Feuerwehrteddykumpel Mercy“, erklärte
Wobsy den Kindern. „Wir beide erleben viele Abenteuer gemeinsam.“
Schon fielen die Kinderaugen auf Mercy und auch er genoss die Streicheleinheiten
der kleinen Hände.
„Jetzt müssen wir aber aussteigen“, sagte die Teddymama und beendete damit die
Streichelstunde.
Kurz darauf standen sie vor dem Pförtnerhäuschen des Zeitungsverlages. Sofort
steckte Wobsy seinen Kopf durch das kleine Sprechfenster der Pförtnerloge.
„Wir wollen zu dem Re… also zu dem ähm… Zeitungsgeschichtenschreiberling“,
brummte Wobsy dem Pförtner zu.
„Wer bist Du denn?“, fragte der Pförtner mit strenger Stimme, doch dann erkannte
er Wobsy. Lag doch vor ihm auf dem Tisch die Zeitung mit Wobsys Bild.
„Ah, Moment, Du bist doch dieser Teddy, dieser…“, sagte der Pförtner und schaute
auf seine Zeitung.
„Der weltbeste Purzelbaumschläger und Feuerwehrteddy Wobsy“, brummte Wobsy.
„Ja genau, natürlich, der Wobsy“, lächelte der Pförtner und bat Wobsy um ein
Autogramm für seine Enkelin.
„Der muss ich nämlich immer Deine Abenteuer vorlesen“, erklärte der Pförtner und
wollte Wobsy einen Stift reichen.
„Aber mit meinen Pfoten kann ich doch gar nicht schreiben“, motze Wobsy und fing
sich einen Knuff von der Teddymama ein.
„Verzeihung“, flüsterte er verlegen und zeigte auf das Stempelkissen. Kurz
darauf hatte der Pförtner jeweils ein „Pfotengramm“ von Wobsy und seinem Freund
Mercy.
Gerade hatten die beiden Teddys ihre Pfoten gesäubert, das erschien auch schon
der Reporter am Pförtnerhäuschen und holte die vier ab. Nach einer netten
Begrüßung führte er die Teddymama, Lisa und beiden Teddyfreunde durch den
Verlag, zeigte und erklärte, wo und wie Zeitungen gemacht werden.
„Ich glaube, ich werde auch Teddygeschichtenschreibporter“, brummte Wobsy am
Ende der Führung. „Habt Ihr noch einen Repoooo… Geschichtenschreiberjob frei?“
„Dann willst du kein Feuerwehrteddy mehr sein“, brummte Mercy ein wenig
nachdenklich.
„Na klar doch! Oder denkste, ich lasse meine Feuerwehrkumpels im Stich? Aber
Schreiberling kann ich ja als Nebenjob machen“, meinte Wobsy.
„Na, da müssen wir aber erst noch teddybärenpfotentaugliche Tastaturen
anschaffen“, sagte der Reporter lachend.
Auf dem Weg nach Hause schliefen Wobsy und Mercy in den Armen der Teddymama ein.
Beim Einsteigen in den Bus wurde Wobsy kurz wach und blinzelte seine Teddymama
an.
„Berühmt sein ist gaaanz schön anstrengend“, brummte er müde und schlummerte
weiter selig im Arm der Teddymama.
©2007 by Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach