Wobsy – Einen Bären aufbinden

Wobsy saß auf der Terrasse in der Sonne, naschte ein wenig Honig und beobachtete die Bienen, wie sie fleißig von Blüte zu Blüte flogen. Plötzlich setzte sich eine der Bienen auf den Glasrand und krabbelte darauf herum.
Wobsy schaute der fleißigen Biene einen Moment zu und als sie wieder fort flog, nahm er das Honigglas, betrachtete es und fing an zu schmunzeln. Dann sprang er auf und lief mit dem Glas zu seiner Teddymama.
Er setzte sich neben sie auf das Sofa und zeigte ihr das Glas.
„Schau mal“, sagte er ganz ernst zur Teddymama. „Mein Honigglas ist wieder etwas voller, obwohl ich davon genascht habe….“.
Die Teddymama schaute Wobsy erstaunt an. „Wie soll das denn gehen, Wobsy?“, wollte die Teddymama wissen. „Hast Du es heimlich nachgefüllt?“
„Aber neiiiiiiin, was denkst Du?“, tat Wobsy gespielt empört. „Also, das war so“, begann Wobsy zu erzählen und lehnte sich entspannt auf dem Sofa zurück. „ Ich saß in der Sonne und naschte von meinem Honig. Dabei beobachtete ich einige Bienen, die in unserem Garten spielten. Gerade als ich meine Pfote aus dem Glas nahm, kamen einige der Bienen angeflogen und setzten sich auf mein Glas. Ich habe den Bienen gesagt, dass sie gaaaanz fleißig sind und dass der Honig einfach köstlich schmeckt. Na ja und da haben die Bienen als kleines *Danke schön* das Glas wieder ein wenig aufgefüllt. Ja, genau so war das!“, erklärte Wobsy und versuchte, möglichst ernst zu bleiben. Dabei fiel es ihm sichtlich schwer, nicht bärig loszukichern.
Die Teddymama schaute Wobsy einige Sekunden lang an, lächelte und gab ihm schließlich einen Stups mit dem Finger auf seine Teddynase. „Wobsy, ich glaube, Du willst mir da einen mächtigen Bären aufbinden“.
„Einen Bären aufbinden?“, wiederholte Wobsy fragend.
„Ja, Wobsy. Einen Bären aufbinden. Das ist ein Sprichwort, das man verwendet, wenn jemand versucht, einen anderen auf den Arm zu nehmen, oder zu veräppeln. So wie Du das gerade mit mir machst, Wobsy“, sagte die Teddymama lächelnd.
Wobsy wurde sehr nachdenklich, ließ sich ins Polster fallen. Er dachte: „Komisch, was die Menschen manchmal für Redewendungen haben. Auf den Arm nimmt mich meine Teddymama so oft, aber sie will mich damit eigentlich meistens nicht veräppeln ..... glaube ich zumindest. Und der Ausdruck „Veräppeln“ gefällt mir ganz und gar nicht und „Belügen“ wäre eine Lüge, denn ich habe ja nur ein ganz kleines bisschen dazuerfunden. .... „Einen Bären aufbinden“ gefällt mir als Sprichwort oder Redewendung richtig gut.“
Plötzlich fing er breit an zu grinsen.
„Was grinst Du denn so schelmisch?“, wollte die Teddymama wissen.
Wobsy lachte, stand auf und machte übermütige Purzelbäume. „Am liebsten möchte ich Dir wirklich einen Bären aufbinden! Wenn ich mir so vorstelle, wie Du mich auf Dir festbindest… uuuuiiiiiii. Ich müsste nie wieder laufen, könnte immer Huckepack auf Dir reiten und Du dürftest mich kreuz und quer durch die Gegend tragen, während ich Honig nasche…“.
„Du bist ein Frechdachs“, sagte die Teddymama lachend. „Aber warte nur, wenn ich Dir mal einen Bären aufbinde…...“
„Das darf dann aber allerhöchstens ein Gummibärchen sein! Für größere Bären bin ich viel zu schwach. ... Es sei denn ..... Du verwandelst Dich nun ganz schnell in ein Bienchen und besorgst mir jede Menge Honig. ..... Nur dann darfst Du mir auch mal einen Bären aufbinden!“
Mit Anlauf warf sich Wobsy seiner Teddymama an den Hals und klammerte sich an der Teddymama vorsichtig fest: „Nun hast aber erst mal Du einen aufgebundenen Bären!“

 

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