Wobsy und die Blaubeeren
Die Teddymama schlenderte heute über den Markt und entdeckte an einem Stand
frische, selbstgepflückte Waldheidelbeeren.
Als sie die leckeren Waldheidelbeeren sah, musste die Teddymama sofort an früher
denken, als es zu Hause Pfannkuchen mit Blaubeeren gab. Zwar waren die
Heidelbeeren recht teuer, doch die Teddymama bekam bei dem Anblick der Früchte
richtig Lust auf Pfannekuchen mit Blaubeeren. „Was soll es, das gönne ich mir
heute“, dachte sie sich und kaufte ein Körbchen Waldheidelbeeren.
Wieder zu Hause räumte sie ihren Einkauf weg und stellte das Körbchen mit den
Heidelbeeren auf den Tisch. Sie würde die Beeren nachher vorsichtig waschen und
zubereiten.
Etwas später war die Teddymama im Garten beschäftigt und Wobsy schlich in die
Küche, um eine Pfote Honig zu stibitzen, den er so sehr liebte. Dabei entdeckte
er das Körbchen, das auf dem Tisch stand. Neugierig, wie Wobsy nun mal ist,
kletterte er auf den Tisch, um das Körbchen zu begutachten. „Hmmm, was ist das
denn?“, dachte sich Wobsy, schlich zu dem Körbchen und schnupperte an den
Beeren. Vorsichtig schaute er sich um, um zu sehen, wo die Teddymama war. Wobsy
war ganz alleine in der Küche und so nahm er eine Beere aus dem Körbchen und
steckte sie in den Mund. Kurz darauf war ein leises „Mmmmh!“, aus seinem
Teddymäulchen zu hören. Schon verschwand die nächste Beere in seinem
Schleckermäulchen. Und dann noch eine und noch eine und noch eine.
Die Beeren waren wirklich schön süß, schmeckten köstlich und waren ganz nach
Wobsy`s Geschmack. „Und dazu noch etwas Honig“, dachte er sich grinsend. Als
Wobsy an der Terrassentür ein Geräusch hörte, sprang er schnell vom Küchentisch,
lief ins Wohnzimmer und kletterte auf den Sessel. Dort blieb er ruhig sitzen und
schaute verträumt aus dem Fenster.
Die Teddymama war mit der Gartenarbeit fertig und wollte sich nun den
Pfannkuchen mit Heidelbeeren zubereiten, auf den sie sich schon die ganze Zeit
freute. Nachdem sie sich die Hände gewaschen hatte, ging sie in die Küche, um
die Beeren zu waschen und zuzubereiten.
Kaum war die Teddymama in der Küche, war ein eindringliches „Wooooobsyyyyyy?!“,
zu hören. Wobsy musste unweigerlich in sich hinein kichern und versank ganz tief
in seinem Sessel. „Was denn?!“, rief er glucksend zurück und war bemüht nicht zu
kichern.
„Hast Du die Heidelbeeren genascht, Du Schlingel?“, fragte Teddymama.
„Heidel... Teddys?“, tat Wobsy ganz erstaunt. „Was sind den Heidel... Teddys?“.
Dabei gluckste er und bemühte sich, ernst zu bleiben. „Ich war gaaaaaaanz brav“,
versicherte er mit ernstem Gesicht, als die Teddymama plötzlich vor ihm stand
und fragend anschaute.
„... und da bist Du Dir ganz sicher, Wobsy?“, fragte die Teddymama und runzelte
die Stirn.
„Aber jaaaaaaaaaaa“, versicherte Wobsy energisch und versuchte, möglichst
unschuldig auszusehen.
„Na, dann will ich Dir mal was zeigen, Du Schlingel“, sagte die Teddymama und
nahm Wobsy aus dem Sessel.
„Was zeigen? Was denn?“, fragte Wobsy ungeduldig.
Die Teddymama ging mit Wobsy ins Bad und hielt ihn vor den Spiegel. Dann nahm
sie eine seiner Pfoten und hielt sie hoch.
„Was siehst Du hier, Wobsy?“, fragte sie mit gespielt strenger Stimme.
„Meine Pfote“, brummte Wobsy kleinlaut und zog sie schnell weg.
„... und welche Farbe hat Deine Pfote, Wobsy?“, wollte die Teddymama wissen.
Wobsy schaute auf seine Pfote und war selbst ein wenig erschrocken. Sie war ganz
blau!
„Was .... was ist das?“, fragte Wobsy leise und schaute auf seine Pfote.
„Strecke mal die Zunge raus“, forderte ihn die Teddymama auf und Wobsy
gehorchte.
Mit großen Augen betrachtete er seine blaue Zunge im Spiegel.
„Ich... ich glaube ich werde krank“, brummte Wobsy und starrte weiter auf die
blaue Zunge.
„Du bist nicht krank, Wobsy, Du bist eine kleine Naschkatze“, sagte die
Teddymama lachend.
„Du hast nämlich an meinen Blaubeeren genascht. Habe ich recht?“.
Wobsy schaute verlegen zu Boden und spürte, wie er ein wenig rot im Gesicht
anlief. Mit einem leisen Brummen gab er seine „Untat“ zu.
„Bist Du jetzt böse mit mir?“, brummte Wobsy und kuschelte sich bei seiner
Teddymama in den Arm.
„Aber nein, Wobsy, warum sollte ich denn böse sein?“.
„Na, na weil ich von den Beeren genascht habe“, brummte Wobsy schuldbewusst.
„Nun, es sind ja noch genug da, Wobsy. Und wenn Du mir jetzt beim Kochen hilfst,
will ich Deine Nascherei mal vergessen“, sagte die Teddymama lächelnd.
„Au ja“, rief Wobsy begeistert. „Was kochen wir denn? Blaue Beeren Suppe?“
Jetzt musste die Teddymama lachen. „Nein Wobsy, wir kochen Eierpfannkuchen mit
Blaubeeren. Du wirst sehen, das schmeckt himmlisch“.
„Au ja, und hinterher.... hinterher laufen wir alle mit blauen Zungen rum“,
kicherte Wobsy und steckte sich eine weitere Beere ins Mäulchen,
© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach