Hinweis:

Pascal Liebig hat vor wenigen Wochen die Patenschaft für die Teddyfeuerwehrgeschichten des kleinen Wobsys übernommen. Nun überraschte er uns mit dieser Fortsetzungsgeschichte "Die Ernennung".

Die Ernennung


Eines Vormittags bat die Teddymama Wobsy die Post herein zu holen. Widerwillig und leicht grummelnd, brummend tapste Wobsy zur Tür. „Immer muss ich gehen“, brummte er. „Hab doch nichts davon, denn für mich ist ja eh nie Post dabei“, brummte Wobsy weiter. So brummelte er auch noch, als er den Briefkasten aufschloss und ihm die Post entgegen purzelte. Wobsy sah einen großen roten Umschlag, auf dem ganz dick und fett sein Name prangte: W O B S Y.
Ganz aufgeregt drehte der kleine Teddy den Umschlag hin und her und rannte auf seinen kleinen kurzen Beinchen zurück zur Teddymama. „Maaaaaaammaaaaaaaaaa, Maaaaaaaaaammaaaaaaa“, rief er laut durch das ganze Haus.
Erschreckt kam ihm die Teddymama entgegen: „Wobsy was schreist du denn so? Ist etwas passiert?“
„Maaama, ich... da bei der Post... da schau, da steht doch mein Name drauf oder?“
Die Teddymama nahm die Post entgegen, sah den großen roten Umschlag und musste lächeln. Sie ahnte, was es war, und sagte nur zu ihrem kleinen aufgeregten Wobsy: „Ja, dann öffne den Umschlag mal. Das ist wirklich Post für dich.“
Vor lauter Aufregung bekamen Wobsys kleine, dicken Pfoten den Umschlag gar nicht schnell genug auf.
„Was da wohl drin sein mag?“, dachte Wobsy. Endlich hatte er den Umschlag geöffnet und zog ein Blatt hinaus. Wobsy schaute es staunend und mit großen Augen an. Es stand etwas drauf geschrieben und ein Feuerwehrauto war abgebildet. Es musste also mit der Feuerwehr zu tun haben. „Mama das ist was von Florian, lese mir bitte vor, was da steht“, bat Wobsy aufgeregt und reichte seiner Mama das Blatt. Sie schaute drauf und sah:

 
 

Sie lächelte und las Wobsy vor: „ Einladung für Wobsy, zur Ernennung als Maskottchen unserer Wache“.
„Ja, mein Kleiner, da hast du nun offiziell Deine Einladung bekommen. Jetzt wird es langsam ernst für dich“, sagte die Teddymama schmunzelnd.
Wobsy hielt ehrfürchtig das Blatt Papier in den Händen und wurde ganz still. Er krabbelte auf die Couch und hielt es ganz fest an sich gedrückt. Seine Mama beobachte ihn von der Küche aus und lächelte. So still hatte sie ihren Wobsy selten erlebt. „Freust du dich?“, fragte sie ihn.
Ganz leise sagte Wobsy: „Ja, aber ich bin so aufgeregt. Florian wird doch bei mir sein oder?“ „Ruf ihn an und frage ihn“, sagte seine Teddymama.
Wobsy sprang auf und wählte Florians Nummer: „Floooori, Floori ich, ich hab Deine Einladung bekommen, wirst Du bei mir sein?“
Florian lachte am anderen Ende des Hörers leise auf: „ Ja mein kleiner Wobsy, ich werde bei Dir sein. Morgen Vormittag komme ich dich abholen und dann erlebst Du einen wunderschönen Tag auf der Wache, ja? Und Du wirst zu unserem Maskottchen ernannt, so wie ich es Dir versprochen habe“.
„Ja Flori, ich werde kaum schlafen können. Ich bin so schrecklich aufgeregt. NA, dann muss ich die Nacht eben ein wenig meine Teddymama ärgern“, gluckste Wobsy. Er legte den Hörer auf und drückte seine Mama ganz fest: „Ich bin sooo aufgeregt und glücklich, morgen werde ich endlich Feuerwehrteddy“.

Am nächsten Vormittag lief Wobsy die ganze Zeit aufgeregt durch die Wohnung, bis er plötzlich ganz laut die Sirene vom Feuerwehrauto hörte. Er sprang auf und schaute aus dem Fenster. Da stand doch direkt vor seiner Türe ein großes Feuerwehrauto und das Blaulicht blinkte. Florian stand vor dem Auto und winkte ihm zu. Schnell zog Wobsy seine Mama mit vor das Haus: „Schnell Mama, es geht los, koooooommmm endlich“, rief er aufgeregt.
Lächelnd ging die Teddymama mit Wobsy zur Tür. Dort wurden sie von Florian und Jogi in Empfang genommen. „Wobsy darf mit mir im Feuerwehrauto mitfahren“, erklärte Florian. „Und Sie fahren bitte bei meinem Kameraden Jogi mit“, bat er die Teddymama.
Gemeinsam fuhren Flori und Wobsy im großen Feuerwehrauto zur Wache. Er konnte sein Glück kaum fassen, in einem solchen Auto zu sitzen und als sie auf den Hof der Wache fuhren, nahm Flori ihn auch noch auf seinen Schoß. Er erklärte Wobsy, wo er drücken musste, damit die Sirene angeht. Dann bat er Wobsy, den Knopf zu drücken. Mit seiner kleinen dicken Pfote drückte Wobsy den Knopf und schon erschallte laut die Sirene. Erschreckt kuschelte sich Wobsy an Flori, der nur schmunzelte. Er hob ihn aus dem Auto heraus und zusammen mit Jogi und der Teddymama gingen sie in die Wache. Kurz darauf betraten sie den Aufenthaltsraum der Feuerwehrleute. Dort saßen auch die anderen Kameraden und jeder begrüßte Wobsy ganz lieb. Wobsy selbst wurde ganz still und hielt ein wenig schüchtern die Hand von Flori ganz fest gedrückt. Dieser hockte sich hin und übergab Wobsy ein Geschenk: „Schau mal rein, was wir da für dich haben“, forderte er Wobsy auf.
Wobsy öffnete aufgeregt das Geschenk und ein blaues Shirt kam zum Vorschein. Er bestaunte es und schaute Florian mit großen Augen an. „Was steht da drauf Flori?“.
Florian wendete das Shirt und sagte zu Wobsy: „Hier auf der Rückseite steht: F.D. MUC, das heißt Fire Department München. Und schau, hier vorne auf Brusthöhe steht dein Name: Wobsy. Wenn Du das jetzt anziehst gehörst Du zu uns. Und jetzt machen wir gleich noch das Foto von Dir, einverstanden?“.
Wobsy nickte nur und zog das Shirt schnell über. Ein anderer Kamerad von Florian machte dann von Wobsy ein Foto. „Das werden wir hier aufhängen“, sagte Flori und zeigte Wobsy den Platz, wo das Bild hinkommen soll. „Und nun komm mal mit, mein kleiner Freund, ich habe noch eine Überraschung für Dich“.
Aufgeregt folgte Wobsy an der Hand von Flori und hielt sich ganz dicht bei ihm. Gemeinsam gingen sie zu einer Stange. Diese Stange führte nach unten und im Boden war ein Loch wo man hinunterschauen kann.
„Da rutschen wir nun hinunter ja“, erklärte Florian Wobsy. „Jogi wird dir hier oben helfen und ich rutsche vor und nehme Dich unten in Empfang“, sagte Florian und schlang die Arme um die Stange. Dann ließ er sich nach unten gleiten. Dort wartete Florian mit offenen Armen auf Wobsy. Dieser schaute nur entgeistert nach unten: „Da... da soll ich runter rutschen?“, fragte er leicht zitternd.
Jogi hockte sich hin und zeigte ihm, wie er es machen soll. „Ich halte Dich, Du musst also keine Angst haben, Wobsy. Und unten steht Flori und fängt Dich auf“.
Wobsy nickte nur, machte nach, was Jörg ihm zeigte und schwupps rutschte er an der Stange nach unten, direkt in Flori’s Arme. Wobsy strahlte: „Das war ja klasse!“, jubelte Wobsy begeistert.
Flori hielt ihn fest im Arm und drückte ihn an sich: „Na mein kleiner Feuerwehrteddy, bist Du glücklich?“
Mit strahlenden Augen nickte Wobsy nur und brummte leise vor sich hin.
„Na dann lass uns rausgehen, denn da wartet noch eine Überraschung auf Dich“. Gemeinsam gingen sie raus. Dort stand ein Drehleiterwagen und Flori erklärte Wobsy, dass er nun mit ihm in den Korb steigt. Dann fahren sie gemeinsam die Drehleiter aus und können sich von dort oben alles anschauen.
„Möchtest Du das machen?“ fragte Flori Wobsy.
„Ooooh ja Flori, aber du hältst mich ganz doll fest ja?“, brummte Wobsy übermütig.
Flori lachte: „Natürlich halte ich dich fest.“ Er nahm Wobsy auf den Arm und so bestiegen sie den Korb. Dann fuhren sie ganz langsam die Leiter aus. Wobsy durfte die Hebel bewegen und Flori erklärte ihm alles ganz genau. 30 Meter fuhren sie hoch und hatten oben eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt. Wobsy staunte nur und schaute sich alles ganz genau an. Nach einiger Zeit fuhren sie die Leiter wieder ein und konnten wieder aussteigen. „Hat es dir gefallen Wobsy?“ fragte Flori den kleinen Teddy.
„Oh ja, das war soooo super bären toll da oben!“
„Na dann lass uns jetzt hineingehen. Gemeinsam mit Deinen neuen Kameraden essen wir dann leckeren Kuchen. Den haben wir extra für heute gebacken, Wobsy.“
Hand in Hand liefen beide zurück zum Aufenthaltsraum. Dort wurde es dann noch einmal richtig feierlich. Wobsy bekam eine Urkunde, dass er die Prüfung zum Feuerwehrteddy bestanden hatte und gemeinsam mit den anderen Kameraden und der Teddymama wurde Kaffee getrunken. Wobsy bekam einen großen Becher Kakao und alle aßen Kuchen. Wobsy war überglücklich, saß strahlend, stolz und Kuchen mampfend zwischen den ganzen Feuerwehrmännern. Staunend hörte er zu, als einige Feuerwehrmänner Geschichten von der Feuerwehr erzählten. So verging der Nachmittag wie im Fluge. Wobsy durfte sich alles nochmals ganz genau anschauen, rutschte mindestens noch 5 Mal die Stange hinunter und hatte jedes Mal mehr Spaß daran.
Flori merkte, wie Wobsy langsam müde wurde und nahm ihn auf den Arm. „Nun komm mein kleiner Kamerad“, sagte Florian leise. „Ich denke, für heute ist es genug Aufregung gewesen und so langsam gehörst Du ins Bettchen. Ich bringe Dich und Deine Teddymama jetzt nach Hause.“
Wobsy kuschelte sich an Flori und so gingen sie zusammen mit der Teddymama zum Feuerwehrauto. Als sie einstiegen und losfuhren, winkten alle Kameraden den Dreien hinterher. Zu Hause wieder angekommen, schlang Wobsy die Arme um Flos Hals und flüsterte leise:
„Danke Flori, das war der schönste Tag in meinem Leben“.
Florian lächelte den kleinen Teddy an: „Nichts zu danken, mein kleiner Freund. Ich freue mich, wenn Du mich und meine Kameraden wieder besuchen kommst. Aber nun schlafe gut und träume schön.“
Wobsy nickte und Florian übergab der Teddymama den kleinen Teddy. Diese schaute nur lächelnd und sagte:
„Auch ich möchte Danke sagen für den wunderschönen Tag.“
Florian winkte ab und blinzelte ihr zu: „Wir selbst haben alle sehr viel Spaß und Freude schon bei der Vorbereitung gehabt und fanden den Tag sehr schön. Bis bald.“
Florian stieg ins Auto und ließ noch einmal lachend die Sirene kurz an. Dann fuhr er winkend und mit einer Träne im Auge davon.
Wobsy und seine Teddymama standen vor dem Haus und winkten, bis Flori mit dem Auto um die Ecke verschwand. Erst dann drehten sie sich langsam um und gingen ins Haus.
Wobsy kuschelte sich müde in den Arm der Teddymama und während sie die Tür schloss, murmelte Wobsy schon dösend:
„Da habe ich morgen ja Lisa und Mercy viel zu erzählen. Es war soooo schön und nun bin ich ein echter Feuerwehrteddy“.


© 2005 by Pascal Liebig