Feuerwehreinsatz am See

Es war nun schon seit einigen Tagen recht kalt und in der letzten Nacht hatte es heftig geschneit.
Am Mittag kam die Sonne heraus und Wobsy wurde von seinen Freunden Mercy und Lisa abgeholt. Gleich nach dem Mittagessen klingelten sie an Wobsy`s Tür.
„Kommst Du mit, einen Schneemann bauen?“, fragte Lisa ihren kleinen Teddyfreund, der sofort hell auf begeistert war.
„Maaaamaaaa!“, rief er aufgeregt, „darf ich mit Lisa und Wobsy einen Schneemann bauen gehen?“
Die Teddymama kam zur Tür und begrüßte Lisa und Mercy.
„Aber natürlich darfst Du mitgehen, Wobsy“, sagte die Teddymama. „Aber vorher ziehst Du Dich warm an und bindest Dir Deinen Schal um!“, forderte sie.
Wobsy beeilte sich und kurz darauf ging er mit seinen Freunden nach draußen, um einen Schneemann zu bauen.
„Wo wollen wir den denn bauen?“, fragte Wobsy und Mercy zuckte nur mit den Schultern.
„Wie wäre es gleich um die Ecke, auf der Wiese am Park“, schlug Lisa vor.
„Auch ja!“, stimmten Mercy und Wobsy sofort zu und die Drei liefen los.
Kaum waren die Drei auf der Wiese und fingen an, ihre Schneekugeln zu rollen, als Mercy aufgeregt seine Freunde rief.
„Seht nur dort!“, rief er aufgeregt. „Dort auf dem Eis!“.
Lisa und Wobsy schauten zu dem kleinen See und liefen ans Ufer. Die Drei standen da und schauten aufgeregt auf das Wasser. Ein ganzes Stück vom Ufer entfernt war ein Hund zu erkennen, der in dem doch recht dünnen Eis eingebrochen war. Er zappelte wild mit seinen Pfoten und winselte laut vor sich hin. Der Hund hing halb im Wasser und halb auf dem Eis, konnte sich selbst aber nicht befreien.
„Ich versuche ihm zu helfen“, sagte Lisa aufgeregt und wollte schon auf das Eis gehen, doch Wobsy hielt sie zurück.
„Warte Lisa“, sagte Wobsy ernst. „Das Eis ist nicht sehr dick und wenn schon der Hund einbricht, wird es Dich auch nicht tragen.“
„Aber... aber was sollen wir denn tun?“, fragte Lisa aufgeregt. „Wenn wir dem armen Hund nicht helfen, ertrinkt er doch...... Wer weiß, wie lange er schon dort im Wasser ist.“
„Ich weiß was... ich weiß was!“, rief Wobsy laut. „Lisa, Du musst die Feuerwehr anrufen. Die helfen doch auch Tieren in Not. Und vielleicht kommt dann ja auch mein Freund Florian. Ihr wisst doch, dass ich das Maskottchen der Feuerwache bin. Los schnell, da ist eine Telefonzelle!“.
„Ja gut!“, rief Lisa und die Drei rannten so schnell es ging zur Telefonzelle. Als sie vor der Zelle standen schaute Lisa plötzlich ganz traurig aus.
„Was ist denn?“, fragte Mercy und kuschelte sich an seine Teddymama Lisa an.
„Ich habe gar kein Geld zum telefonieren“, sagte Lisa mit einer Träne im Auge.
„Aber Lisa!“, rief Wobsy, „um die Feuerwehr anzurufen braucht man doch kein Geld. Das geht auch ohne. Ich weiß das von Florian.“
„Stimmt ja“, rief Lisa. „Wobsy, Du bist ein schlaues Kerlchen.“ Schon war Lisa in der Telefonzelle, wählte die 112 und wartete, bis sie mit der Feuerwehr verbunden wurde.
Sie versuchte, möglichst ruhig und deutlich dem Feuerwehrmann am Telefon zu erzählen, worum es ging. Dann hängte sie den Hörer wieder ein.
„Sie kommen, um dem Hund zu helfen“, erklärte Lisa ihren beiden Freunden und sie liefen zurück zu See. Vom Ufer aus konnten sie noch immer den winselnden Hund sehen, der jetzt etwas weiter im Wasser hing.
„Hoffentlich kommen die auch schnell genug“, sagte Mercy leise und mit zittriger Stimme.
„Na klar!“, versuchte Wobsy seinen Bärenfreund zu beruhigen. „Florian und seine Freunde werden alles tun, um zu helfen“, sagte Wobsy und versuchte so, auch sich selbst ein wenig zu beruhigen.
Es dauerte wohl keine fünf Minuten, als der erst Feuerwehrwagen auf der Straße zu sehen war. Lisa, Mercy und Wobsy winkten aufgeregt und die Feuerwehr fuhr bis auf die Wiese.
„Dort... dort auf dem See!“, rief Lisa dem Feuerwehrmann zu, der aus dem Auto ausstieg und zeigte an die Stelle, wo der Hund im Eis eingebrochen war.
Schon war ein zweites Feuerwehrauto da und Wobsy strahlte über das ganze Gesicht.
„Hallo Flo!“, rief er aufgeregt seinem Freund zu.
Hallo ihr Drei!“, antwortete er nur knapp und begann dann gemeinsam mit seinen Kameraden mit der Bergung des Hundes.
Es wurden Leitern auf das Eis geschoben und ein kleines Schlauchboot. Schon waren die ersten Feuerwehrleute unterwegs zu dem Hund. Wobsy und seine Freunde beobachteten alles ganz genau und allmählich beruhigten sie sich ein wenig. Endlich hatten sie den Hund erreicht und nach zwei, drei Versuchen hatte Florian das Tier geschnappt und in das Boot gezogen.
Sofort wurde er von seinen Kameraden, die am Ufer standen, zurück an Land gezogen. Inzwischen war auch ein Fahrzeug vom Tierschutz angekommen, die den Hund in ihre Obhut nahmen, um ihn zu versorgen und aufzuwärmen.
Jetzt endlich kam Florian zu Lisa, Mercy und Wobsy.
„Hallo ihr Drei“, begrüßte er die Freunde. „Das habt ihr wirklich toll gemacht. Ihr habt dem Hund das Leben gerettet. Das war ganz toll von Euch! Ich bin richtig stolz auf Euch!“, lobte Florian die Freunde. Auch andere Feuerwehrmänner klopften Lisa, Mercy und Wobsy auf die Schultern.
Nachdem die Feuerwehr ihr Gerät wieder eingepackt hatte, machten sie sich für die Rückfahrt bereit. „Wir müssen wieder zurück!“, sagte Florian. „Wenn ihr wollt, kann ich Euch später sagen, was aus dem Hund geworden ist.“
Nachdem Florian mit seinen Kameraden abgefahren war, machten sich auch die drei Freunde auf den Heimweg.
Bei einer Tasse heißen Kakao erzählten sie stolz der Teddymama von ihrem Erlebnis am See.


© 2005 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach

 

Auszug aus einer Mail von einem Feuerwehrmann,
der uns ab und an fachkundig zur Seite steht:

Auf der Fahrt zum Einsatzort schon in den Überlebensanzug gezwängt, der
schützt vor kaltem Wasser und lässt mich zuverlässig an der Wasseroberfläche
aufschwimmen. Mit Schlauchboot dauert manchmal zu lang und je nachdem wie
das Wasser bzw. das Eis ist, ist es auch nicht immer möglich. So robben wir
mit diesem Anzug übers Eis, gesichert.
Ja und den Hund halt gepackt und dann ans Ufer getragen ;-)) Wurde dann
trocken gerubbelt von uns und wenig später konnte er wieder rumtollen und
rumlaufen :-)

Danke für die Bilder und den Tatsachenbericht....  A.&J.