Feuerwehrhochzeit

Wobsy saß mit seinen beiden Freunden Lisa und Mercy im Garten, als sie plötzlich die Sirenen von Feuerwehrautos hörten.
Sofort sprang Wobsy schaute sich suchend um. „Wo es wohl brennt?“ rief der kleine Teddy aufgeregt und schaute sich weiter um. Auch seine beiden Freunde waren aufgesprungen.
„Kommt!“ rief Lisa den beiden Teddybären zu, wir schauen mal. „Das muss von dort drüben kommen.“
„Kommst Du auch mit?“ rief Wobsy aufgeregt Mr. Bean zu, der in der Tür stand.
„Ja, wenn ihr einen alten Bären mitnehmt, gerne“, sagte Mr. Bean lächelnd und tapste zu den drei Freunden. Er hatte ein wenig Schwierigkeiten, den Dreien zu folgen, war Mr. Bean doch schon ein wenig betagter.
„Nicht soooo schnell!“ rief Wobsy Lisa und Mercy zu, als er bemerkte, dass Mr. Bean nicht so schnell folgen konnte.
Lisa drehte sich um und blieb stehen. Gemeinsam warteten sie auf Mr. Bean und Wobsy.
„Das ist aber lieb von Euch, dass ihr wartet“, sagte Mr. Bean ein wenig außer Atem. „Ich bin nun mal nicht mehr so schnell.“
„Ist doch Ehrensache“, sagte Mercy und gab Mr. Bean einen kleinen Knuff auf die Schulter. „Wir Teddybären müssen doch zusammen halten.“
Mr. Bean musste lächeln und dann sagte er leise zu Wobsy: „Du hast prima Freunde, Wobsy! Kannst stolz auf die Beiden sein ....“
Wobsy nickte nur zustimmend, ohne ein Wort zu sagen, und dann liefen sie weiter den Sirenen entgegen. Kaum waren die Vier um die Straßenecke, sahen sie die beiden Feuerwehrautos. Sie standen mit blinkendem Blaulicht da, ab und an ertönte die Sirene und soeben wurde die Drehleiter des einen Feuerwehrautos ausgefahren.
„Aber... aber wo brennt es denn nun?“ rief Wobsy und schaute sich aufgeregt um. Auch Mercy schaute sich suchend um, konnte aber ebenfalls kein Feuer entdecken.
„Diesmal brennt es nirgends“, erklärte Lisa und ging näher an die Feuerwehrautos heran.
„Ja und warum sind die dann da?“ wollte Mercy wissen.
„Vielleicht müssen die eine Katze aus dem Baum retten“, sagte Wobsy und schaute nach oben. „So etwas machen die nämlich auch, stimmt es, Mr. Bean?“
„Ja, Wobsy, das stimmt“, sagte Mr. Bean schmunzelnd. Aber die Feuerwehrleute hier wollen wohl niemanden retten und nichts löschen“, fügte er hinzu.
„Niiiiiiiiicht?!“, riefen Wobsy und Mercy wie aus einer Teddyschnauze.
„Nein,“, bestätigte Mr. Bean und schaute Lisa an. „Weißt Du denn, warum die hier sind?“, fragte Mr. Bean Lisa, die das Treiben auf der anderen Straßenseite beobachtete.
„Aber ja“, sagte sie kichernd. „Da drüben, in der Kirche, heiratet wohl ein Feuerwehrmann seine Frau. Und die Kameraden sind gekommen, um zu gratulieren“, erklärte Lisa.
In dem Moment begannen die Kirchenglocken zu läuten und die Menschenmasse vor der Kirche ordnete sich zu einem Spalier.
„Und wie machen die das?“, wollte Wobsy wissen, neugierig wie er nun mal ist.
„Wenn das Paar aus der Kirche kommt, müssen sie unter einem Spalier aus Löschspritzen durchlaufen, das die Kameraden bilden“, erklärte Lisa wissend und Mr. Bean stimmte nickend zu. „Später muss das Paar dann in den Rettungskorb und sie werden in die Höhe gefahren. Von oben wirft die Braut ihren Brautstrauß in die Menge. Fangen dürfen nur unverheiratete Frauen den Strauß. Und die, die ihn auffängt, wird wohl die nächste Braut sein, die vor den Traualtar tritt, .... sagt man. Dann muss der frisch vermählte Feuerwehrmann seine Frau nach unten tragen“.
„Uuuiiiiii, der muss aber stark sein“, rief Wobsy begeistert.
„Sieh nur, da kommen sie!“, rief Lisa und sie starrte fasziniert zur Kirche herüber, wo gerade das Brautpaar aus der Kirche kam.
„Was sie für ein schönes Kleid trägt“, murmelte Lisa mehr zu sich selbst und bekam dabei ganz glänzende Augen.
Das Brautpaar lief unter dem Spalier durch und musste dann in den Korb klettern.
Alles geschah so, wie Lisa es erklärt hatte. Fast genauso. Doch als das Brautpaar oben im Korb stand, griffen sie in eine Tüte und plötzlich regnete es Bonbons.
„Kommt!“, rief Lisa und die Freunde folgten ihr. Wenig später sammelten auch sie Bonbons und füllten damit ihre Taschen.

Nachdem das Brautpaar und die Feuerwehrautos davon gefahren waren, machten sie die Freunde mit dicken Taschen auf den Heimweg.
„Das muss ich unbedingt meiner Teddymama erzählen“, sagte Wobsy aufgeregt. „Das wird sie bestimmt interessieren. Schade, dass sie nicht dabei war.....“.
Wenig später kletterte Wobsy auf das Sofa, wo die Teddymama saß. „Sieh mal, sieh mal“, rief Wobsy aufgeregt, leerte seine Taschen und schon purzelten die Bonbons auf den Tisch.
„Oh, wo habt ihr den die vielen Bonbons her?“, fragte die Teddymama und nahm Wobsy auf den Arm.
„Von der Feuerwehr... die hat Gehochzeitet... oder so!“, brummte Wobsy und fing aufgeregt an, zu erzählen.
Die Teddymama lachte herzhaft auf und versuchte Wobsys Erzählung zu folgen..... .

 

© Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach 2005