Wobsy – Wo wohnt das Glück?
Es war ein trüber Novembertag und Wobsy saß auf der warmen Heizung. Während er
aus einem kleinem Töpfchen Honig naschte, schaute er aus dem Fenster im Garten.
Er beobachtete eine kleine Meise, die sich in dem alten Strandkorb vor dem Sturm
und Regen versteckte und war froh, selbst im warmen sitzen zu können.
Plötzlich sah Wobsy eine zweite Meise in den Korb fliegen. Die beiden Vögel
kuschelten sich eng aneinander und schnäbelten. Trotz des schlechten Wetters,
schien es den beiden Vögeln recht gut zu gehen.
Wobsy drehte sich langsam um und beobachtete die Teddymama, die eingekuschelt
unter ihrer Decke auf dem Sofa lag. Sie lass in ihrem Buch, trank ihren heißen
Cappuccino und sah recht zufrieden aus.
Sein Blick wanderte weiter und er sah einige seiner Teddyfreunde, die am toben
waren. Dann musste Wobsy an Lisa und Mercy denken, die bei dem Wetter sicherlich
zu Hause sitzen würden und heißen Kakao trinken.
„Na Wobsy, so nachdenklich“, hörte er plötzlich eine bärige Stimme sagen, die
ihn aus seinen Gedanken riss. Wobsy zuckte ein wenig erschrocken zusammen und
schaute zur Seite.
„Oh hallo Mr. Bean“, sagte Wobsy und rückte ein Stückchen zur Seite, damit sich
Mr. Bean setzen konnte. Nachdem sich Mr. Bean gesetzt hatte, reichte Wobsy ihm
das Töpfchen mit dem Honig. „Danke schön Wobsy“, sagte Mr. Bean. „Das ist aber
nett von Dir!“. Mr. Bean tauchte eine Pfote in den Honigtopf und schleckte sie
genüsslich ab. „Mmmmh, wirklich lecker“, brummte Mr. Bean zufrieden und schaute
ebenfalls aus dem Fenster.
„Du, Mr. Bean“, fing Wobsy an zu erzählen. „Kann ich Dich mal was fragen?“
„Ja natürlich, Wobsy. Was hast Du denn auf dem Herzen?“, wollte Mr. Bean wissen
und tauchte erneut seine Pfote in den köstlichen Honig.
„Kannst Du mir sagen, wo das Glück wohnt?“, fragte Wobsy und schaute Mr. Bean
neugierig an.
„Hmmmm“, machte Mr. Bean. „Das Glück? Eine schwere Frage, Wobsy“. Mr. Bean
schaute nachdenklich aus dem Fenster und tauchte seine Pfote erneut in den
Honigtopf.
„Der schmeckt gut, ne Mr. Bean“, sagte Wobsy und genehmigte sich ebenfalls noch
eine Pfote voll Honig.
„Ja, der ist richtig lecker“, brummte Mr. Bean nachdenklich. „Also Wobsy, ich
denke, das Glück wohnt überall. Schau die beiden Vögel da draußen. Es ist kalt
und nass, aber sie kuscheln sich aneinander und wärmen sich. Dort wohnt das
Glück. Schau uns beide an. Wir sitzen hier, reden nett und naschen Honig. Hier
wohnt das Glück, oder?“
Dann drehte sich Mr. Bean um und zeigte zur Teddymama. „Sieh nur, die Teddymama
genießt die Ruhe, ihr Buch und die kuschelige Decke. Ich denke, dort wohnt ihr
Glück. Und wenn sie an liebe Menschen und Teddys denkt, wohnt das Glück in ihrem
Herzen“, erklärte Mr. Bean.
„Und... und wenn Mercy und Lisa zu Hause heißen Kakao trinken, wohnt dort das
Glück“, brummte Wobsy lächelnd.
„Ja Wobsy, auch das ist Glück. Also wohnt das Glück wohl überall, Wobsy“.
© 2005 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach