Halloween

Draußen war es schon dunkel und Wobsy saß gemütlich auf dem Sofa. Gedankenverloren schaute er in die Flamme einer Kerze und schleckte dabei zufrieden an einem Honiglutscher, den ihm die Teddymama gegeben hatte.
Plötzlich schlug die Haustürklingel an und Wobsy sprang auf. Er wusste, dass seine Teddymama im Bad war, um sich die Haare zu waschen und so kletterte er vom Sofa und lief zur Tür. Wobsy war zu klein, um alleine die Tür zu öffnen und so rief er ganz laut:
„Hallo, wer ist denn da?“. Gleichzeitig zog er den kleinen Vorhang zur Seite, um durch die Glasscheibe der Tür nach draußen schauen zu können. Plötzlich schaute Wobsy in rote, glühende Augen. Blitzschnell ließ er den Vorhang los, drehte sich um und lief so schnell er konnte auf seinen kleinen Pfoten ins Wohnzimmer. „Hiiiiilfe“, rief er laut, rannte beinahe seine Teddymama um, die gerade aus dem Bad kam, kletterte blitzschnell auf das Sofa und verkroch sich unter der Decke.
Irritiert schaute die Teddymama ins Wohnzimmer. „Hallo? Wobsy?“, fragte sie nachdenklich, doch von Wobsy war nichts zu sehen. Vorsichtig hob sie die Decke an und fand einen vor Angst bibbernden und zitternden Wobsy.
„Was hast Du denn, Wobsy“, fragte sie und strich Wobsy über den Kopf.
„D... da, da sind .... sind Ungeheuer... Geister... Monster.... da draußen“, stammelte Wobsy.
„Aber Wobsy, es gibt doch gar keine Geister“, versuchte ihn die Teddymama zu beruhigen. Kaum hatte sie es ausgesprochen, klingelte es erneut an der Haustür.
„Doch... da... da sind sie wieder“, rief Wobsy aufgeregt und verkroch sich erneut unter seiner Decke.
Die Teddymama schmunzelte und versuchte ihren Wobsy zu beruhigen. „Na, ich schaue mal nach, wer die Geister sind“, sagte sie und ging zur Haustür.
„Aber... aber pass auf“, rief Wobsy ihr nach, der sich sofort wieder unter der Decke verkroch. Selbst sein geliebter Honiglutscher war plötzlich uninteressant.
„Wobsy, kommst Du bitte mal an die Tür, die Geister möchten Dich begrüßen!“, rief die Teddymama aus dem Flur, doch Wobsy dachte gar nicht daran, unter seiner Decke hervor zu kommen.
Die Teddymama ging ins Wohnzimmer und hob ganz vorsichtig die Decke hoch, unter der Wobsy sich verkrochen hatte. Sie strich ihm schmunzelnd über den Kopf, um ihn zu beruhigen und sagte: „Wobsy, Du muss wirklich keine Angst haben.“ Dabei nahm sie ihn auf den Arm und drückte ihn. „Es sind wirklich ganz liebe Geister, die da geklingelt haben. Glaube mir, die tun Dir ganz bestimmt nichts.“
„Na... na gut“, flüsterte Wobsy fast mutig. „Aber ich bleibe auf Deinem Arm, ja?“.
„Aber ja“, versprach die Teddymama und ging mit Wobsy zurück in den Flur.
Kaum waren sie durch die Tür, erkannte Wobsy die beiden Geister, die eben noch vor der Tür standen. Es war ein großer Geist und ein Kleiner. Beide waren in weiße Laken gehüllt und trugen Leinensäckchen in ihren Händen. „Ob sie da wohl kleine Teddys reinstecken? Mit dem Kleinen werde ich ja noch fertig“, dachte sich Wobsy. „Aber mit dem großen....?“.
„Gib Süßes oder es gibt Saures!“, riefen die beiden Geister und waren sichtlich bemüht, nicht laut loszulachen.
Wobsy saß noch immer im Arm der Teddymama, zitterte und schaute ungläubig. Irgendwie kannte er doch diese Stimmen. Hmmmm? „Mercy? Lisa?“, fragte Wobsy vorsichtig.
„Huuuhuuuuu“, riefen die beiden Geister und zogen sich die Laken runter. Es waren tatsächlich Mercy und Lisa die da vor ihm standen und lachten.
„Müsst ihr mich denn so sehr erschrecken?“, brummte Wobsy ein wenig beleidigt. „Was macht ihr überhaupt hier... so als Geister?“, brummte Wobsy weiter.
„Aber Wobsy, es ist doch Halloween!“, rief Lisa und nahm Wobsy auf den Arm.
„Hallo... wien.... Hallowas?“, wollte Wobsy wissen und verstand gar nichts mehr.
Die Teddymama bat Lisa mit ihrem Mercy ins Wohnzimmer: „Setzt Euch mal zu Wobsy, er zittert immer noch. Ich komme sofort wieder.“
Dann holte die Teddymama für Lisa und Mercy auch Honiglutscher aus ihrem Süßigkeitenvorratsversteck. Bevor sie aber zu den Dreien wieder ins Wohnzimmer ging holte sie auch noch ein Leinentuch für Wobsy.
„Hier Wobsy! Verkleide Dich auch mal als Geist, damit wir auch Angst vor Dir bekommen können!“
Im Nu war Wobsys Angst gebannt und die Drei spukten eine Weile durchs Haus.
Später, als Lisa und Mercy gegangen waren, erklärte die Teddymama ihrem kleinen Wobsygeist, dass die Bräuche an Halloween verkleidet als Geister, Hexen oder Zauberer von Haus zu Haus zu ziehen aus Amerika zu uns gekommen sind. Abschließend ergänzte sie: „Wobsy, ich werde mit Dir in den nächsten Tagen einen hiesigen ähnlichen Brauch vorbereiten. Mal sehen, was Lisa und Mercy dazu sagen werden.“
Wobsy stellte sich noch mal als Geist vor den Spiegel und erschreckte sich selbst. Dann zog er seine Verkleidung aus und meinte zu sich selbst: „So gefalle ich mir besser und brauche keine Angst zu haben.“
 


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