Goldi wird gerettet

Während die Teddymama die Nummer der Feuerwehr wählte, schauten die drei Freunde gespannt zu. Wenig später hörten sie, wie die Teddymama am Telefon nach Flo verlangte.
„Hallo Flo, wir haben hier ein Problem und brauchen Deine Hilfe.“
Die Teddymama erklärte Flo die Situation und Wobsy tippelte ungeduldig von einer Pfote auf die andere. Dann packte er den Arm der Teddymama und zog ihn herunter.
„… los Kumpel, es ist dringend. Mach das Blaulicht an und schwing die Hufe!“, brummte Wobsy laut in den Hörer.
„Wooobsyyyyy!“, maßregelte ihn die Teddymama und tat empört, während sich sein Freund Mercy vor Lachen auf dem Boden kugelte. Auch Lisa konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
„Bis gleich, Flo“, sagte die Teddymama noch in den Hörer und legte schließlich auf. „Flo kommt gleich vorbei“, erklärte die Teddymama den drei Freunden. „Allerdings OHNE Blaulicht, Du super duper Feuerwehrteddy“, sagte die Teddymama und zog Wobsy ein wenig am Ohr. „.. und warum ohne Blaulicht, Wobsy?“
„Weil keiner in Lebensgefahr ist“, brummte Wobsy ein wenig beleidig und ertappt.
„Richtig, Du Schlingel. Und nun lauft schon und wartet auf Flo“.
Wobsy und Mercy liefen zur Tür und hockten sich auf den Randstein, um auf ihren Feuerwehrfreund zu warten. Wenig später sahen die beiden Teddys das Feuerwehrauto die Straße herunter fahren und liefen ihrem Freund entgegen. Den Weg zurück durften Wobsy und Mercy im Feuerwehrauto mitfahren. Wobei Wobsy besonders stolz war, trug er doch noch immer seine Feuerwehrjacke und den Helm.
Auf dem kurzen Weg bis zum Haus erzählten sie aufgeregt, was passiert war und das sie uuuuunbedingt Goldi retten müssen.
„Na, dann wollen wir mal Euren Goldi retten“, sagte Flo, als er vor dem Haus anhielt und ließ noch einmal kurz das Blaulicht aufflackern.
Die Teddymama erwartete die Drei schon in der Tür und begrüßte Flo. „Sorry Flo, aber Wobsy war der Meinung, dass hier nur seine Feuerwehrfreunde helfen können. Wir alleine bekommen den Schrank nicht bewegt.“
„Ist schon OK“, beruhigte Flo die Teddymama, die doch ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie wegen dem Hamster gleich die Feuerwehr angerufen hatten. „Auch dafür sind wir ja da“, sagte Flo. „Außerdem hatte ich eh gerade Dienstschluss.“ Flo schaute sich den Schrank an und nickte stumm mit dem Kopf. „Na, dann räumt mal dieses Fach da leer. Ich denke das müsste reichen, um den Schrank etwas zu bewegen.“
Mercy, Lisa und die Teddymama machten sich sogleich an die Arbeit. Nur Wobsy stand leicht breitbeinig und mit in die Seiten gestemmten Pfoten neben seinem Freund Flo. Ganz so, wie er es sich bei ihm abgeschaut hat.
„Heeee Kumpel, vielleicht schwingst Du mal Deinen kleinen Teddyhonigpopo hier her und packst mit an?“; brummte Mercy und warf Wobsy eine Kerze zu, die er reflexartig fing.
„Ich … ähm… als Oberfeuerwehr…“, stotterte Wobsy.
„Quatsch nicht Kumpel“, motze Mercy. „Schließlich hast Du uns die ganze Suppe umgekippt. Oder so.“
Die Teddymama, Lisa und Flo lachten und Wobsy lief rot an. Als er an Mercy vorbeiging, verpasste er ihm einen kleinen Knuff.
Als das Fach endlich leer geräumt war, stellte sich Flo neben den Schrank und versuchte, ihn etwas nach vorne zu schieben. Natürlich packten auch Wobsy und Mercy kräftig mit an.
Nachdem die Drei den Schrank etwas vorgeschoben hatten, griff Flo nach seiner Taschenlampe. „So, schauen wir doch mal, wo Euer Goldi steckt“, sagte Flo und leuchtete unter den Schrank. Doch alles was er entdecken konnte, waren… Staubmäuse. Sonst nichts.
„Tja, ich muss Euch sagen… hier ist kein Goldi“, hörten die Drei Flo sagen.
„Quatsch, der muss da sein“, widersprach Wobsy. „Ich habe selbst gesehen, wie er hinterm Schrank verschwand“.
„Da ist aber kein Goldi“, wiederholte Flo. „Kannst gerne selbst schauen“, bot Flo an und machte für Wobsy platz.
„Pah“, machte Wobsy und tapste zum Schrank.
„Da sind nur Staubmäuse“, sagte Flo grinsend und zwinkerte der Teddymama zu.
„Ach? Also…“, brummte Wobsy. „Willst Du nicht schauen?“, fragte er seinen Freund Mercy?
„Iiiiich? Also… iiiiich glaube Flo!“, protestierte Mercy und drückte sich fest an die Wand. Nur zu gut konnte er sich noch an die Expedition unters Bett und den Kampf mit den Staubmäusen erinnern.
Lisa, Flo und die Teddymama lachten herzhaft auf.
„Bääääääh“, machte Wobsy beleidigt und ging demonstrativ mutig hinter den Schrank. Er leuchtete mit seiner kleinen Taschenlampe den Boden ab, konnte Goldi aber nicht entdecken.
„Das gibt es doch gar nicht“, brummte Wobsy. „Hmmm“ Nachdenklich tapste er hinter den abgezogenen Schrank auf und ab. „Goldi war hier“, war leise hinterm Schrank zu hören.
„Komm wieder vor, Wobsy“, forderte Flo ihn auf. „Wir schieben den Schrank zurück.“
Wobsy trat schon den Rückzug an, als er ein leises Rascheln hörte. Aufmerksam lauschte er den Geräuschen und versuchte herauszufinden, wo sie herkamen. Dann sah er das kleine Loch in der Rückwand des Schrankes, durch das einige Stromkabel liefen. Und wieder war da dieses Rascheln, das Wobsy ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Er krabbelte hinterm Schrank vor und lief auf die Vorderseite. „So Freunde, jetzt beweise ich Euch, dass ich doch der weltbeste Feuerwehrteddy bin“, brummte Wobsy.
„Klar, bist ja auch der einzige“, flüsterte Mercy und verdrehte die Augen.
Mit einem übertriebenem „Taraaaaa“, öffnete Wobsy die untere Tür vom Stubenschrank. Die fünf schauten gleichzeitig in das Fach und … da war er.
Goldi saß etwas verängstigt ganz hinten in der Ecke und hielt ein kleines, trockenes Stück Keks in seinen Pfoten.

© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach 2007