Wobsy und der Igel

Wobsy saß gemütlich auf dem Sofa und schleckte Honig, als er plötzlich etwas über die Terrasse huschen sah.
„Was war das denn?“, dachte sich Wobsy, schleckte sich die Pfote sauber und sprang vom Sofa. Schon war er an der Terrassentür und schaute heraus.
„Was suchst Du denn da?“, hörte Wobsy die Teddymama aus der Küche fragen.
„Hmmmm, ich weiß auch nicht so genau“, brummte Wobsy und suchte mit seinen Blicken den Garten ab.
„Du stehst da und weißt nicht, was Du suchst?“, hakte die Teddymama nach.
„Ach“, brummte Wobsy, „da war eben etwas graubraunes, das über die Terrasse gehuscht ist“, erklärte Wobsy.
„So, so, etwas graues….“, sagte die Teddymama schmunzelnd und kümmerte sich weiter um das Essen.
Wobsy wollte schon wieder ins Zimmer zurückgehen, als er es plötzlich rascheln hörte. Gespannt schaute er in die Richtung, wo das Rascheln her kam und ging auf die Knie, um besser unter den Strauch schauen zu können.
Und dann sah er „ES“. Eine graubraune runde Kugel, die von ganz alleine durch den Garten in Richtung Strandkorb lief. Neugierig wie Wobsy nun mal ist, lief er zu der „Kugel“, um sich das Ding aus der Nähe zu betrachten. Kaum hatte er die Kugel erreicht, blieb sie still liegen.
„Was bist Du denn für ein Ding?“, brummte Wobsy, doch es kam keine Antwort. „Haaallooooo!“, brummte Wobsy und gab der Kugel einen Stups. „Auuuaaaaa“, brummte Wobsy verschreckt auf und schaute auf seine Pfote. Dann rannte er so schnell er konnte zu seiner Teddymama ins Haus. „Maaaaaamaaaaaaa!“, rief er dabei und hielt seine Pfote nach oben.
„Was hast Du denn nun wieder angestellt?“, fragte die Teddymama, die schnell aus der Küche kam und ihren Wobsy auf den Arm nahm.
„Da… da im Garten… da ist eine Pieksekugel“, brummte Wobsy aufgeregt und zeigte der Teddymama seine Pfote. „Hier…. Hier hat sie mich gepiekst.“ Wobsy streckte der Teddymama die Pfote entgegen und die Teddymama untersuchte sie ganz genau, konnte aber nichts entdecken.
„Willst Du mir wieder einen Bären aufbinden?“, fragte die Teddymama schmunzelnd. Sie wusste ja, dass ihr Wobsy gerne solche Streiche spielte.
„Nein, wiiiiiiiiiirklich nicht“, protestierte Wobsy. „Da ist wirklich eine pieksende Kugel in unserem Garten.“
„Na, dann wollen wir uns das Ungeheuer mal anschauen“, sagte die Teddymama und ging mit Wobsy auf dem Arm auf die Terrasse. „So Wobsy, wo bist Du denn dem Ungeheuer begegnet?“, wollte die Teddymama wissen und suchte den Garten ab.
„Da…. daaaaaaa ist es!“, rief Wobsy ganz aufgeregt und zeigte in Richtung Strandkorb. „Jetzt ist es unter dem Korb verschwunden. Eine laufende Pieksekugel! Hast Du sie gesehen?“
„Ja Wobsy, ich habe sie gesehen“, antwortete die Teddymama schmunzelnd. „Aber das ist keine Pieksekugel, Wobsy.“
„Keiiiiiiiiine Pieksekugel? Was… was ist das denn? Das Ding hat mich doch gepiekst“, brummte Wobsy.
„Ja, das mag sein“, sagte die Teddymama schmunzelnd. „Aber nur, weil mein kleiner Wobsy mal wieder viel zu neugierig war.“
„Neugierig? Iiiiiiiiiiiiich?“, brummte Wobsy protestierend und schaute dabei verlegen zur Seite.
„Ja, Du“, sagte die Teddymama und gab Wobsy einen Stups auf die Nase. „Aber nun lass uns Dein Ungeheuer mal aus der Nähe betrachten.“
„Iiich… ich soll... daaaa ran?“, fragte Wobsy empört und zeigte in Richtung Strandkorb. „Soll ich mich noch einmal pieksen lassen?“
„Aber nein Wobsy. Deine Pieksekugel ist nichts anderes als ein Igel, der unter dem Strandkorb nach Futter sucht.“
„Ein Igel?“, fragte Wobsy neugierig. „Was sucht der denn für Futter da unten?“
„Der Igel frisst Würmer und Asseln, von denen es ja genug unter dem Strandkorb gibt“, erklärte die Teddymama.
„Und warum habe ich den Igel hier vorher noch nie gesehen?“ wollte Wobsy wissen.
„Vielleicht ist der neu hier in der Gegend“, sagte die Teddymama. „Und außerdem kommen die Igel meistens erst am Abend. Sie sind nämlich nachtaktiv“.
„Das heißt, die sind wach, wenn ich schlafe?“, wollte Wobsy wissen.
„Ja genau, Wobsy. Aber sieh nur….“.
Gespannt beobachtete Wobsy, wie eine kleine, spitze Nase sichtbar wurde und wie die stachelige Kugel plötzlich Beine bekam. Dann lief der Igel mit flinken Beinchen einmal um den Strandkorb und verschwand wieder darunter.
„Uuuiiiii, das sieht ja lustig aus“, brummte Wobsy kichernd. „Davon muss ich morgen Lisa, Mercy und Bonnie erzählen. Meinst Du, der Igel kommt morgen wieder zu uns?“ wollte Wobsy wissen.
„Das kann schon gut sein, Wobsy. Gerade wenn er hier reichlich Futter findet, wird er wohl immer wieder kommen. Ich denke, wir werden den Standkorb erst einmal unten auflassen. Und morgen werden wir darauf achten, ob er wieder kommt.“
„Au jaaaa!“, brummte Wobsy begeistert. „Und wenn der Igel immer wiederkommt, dann lade ich Bonnie, Lisa und Mercy zum Igel gucken ein…!“
„Nun aber rein mit Dir, Wobsy!“ ordnete die Teddymama an. „Lass uns zu Abend essen, während der Igel frühstückt.“
Sie gab ihrem Teddy einen leichten Klaps auf den Po und Wobsy kicherte: „Du piekst nicht!“

 

©2005 by Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach