Wobsy will kochen (oder: Wenn Erwachsene das Kind in sich zulassen!)


Die Teddymama hat zur Zeit viel zu tun und so hat sich Wobsy vorgenommen, seine Mama am Wochenende zu überraschen. Nach einigem Grübeln kam er auf die Idee, für sie zu kochen.
Wobsy zog sich in eine Ecke zurück und überlegte, was er seiner Teddymama wohl kochen könnte und was sie gerne isst.
So sehr er auch nachdachte, ihm fielen nur bärige Rezepte ein. Honigsalat, Honigmilch, Honigbanane, Honig... . Wobsy lief das Wasser im Mund zusammen, doch seine Teddymama wäre sicher wenig begeistert von so viel Honig.
Nach langem Überlegen erinnerte sich Wobsy an einen Besuch bei der Zitante. Seine Teddymama und er hatten sie vor einiger Zeit besucht und zum Essen gab es einen Salat mit einem leckeren Dressing, welches seiner Teddymama besonders gut geschmeckt hat.
Und das Beste daran war, in dieses Dressing kam sogar.... Hooooonig!!
Wobsy war sich sicher, dass sich seine Mama über diese Überraschung freuen würde und so schlich er in die Küche, um das Rezept zu suchen. Er blätterte mit seinen Teddypfoten das ganze Kochbuch durch, doch das Rezept war nirgendwo zu finden.
Sicher hatte die Zitante vergessen, es seiner Teddymama zu schicken. Dabei hatte sie es doch hoch und heilig versprochen.... .

„Nun, dann muss ich die Sache eben selbst in meine Teddypfoten nehmen“, dachte sich Wobsy grinsend. Er würde der Zitante einfach eine Mail schreiben und nach dem Rezept fragen.
Als seine Teddymama im Garten war, um dort die Sträucher zu schneiden, setzte sich Wobsy flink an ihren PC und begann die Mail zu schreiben.
Seine Pfoten flogen suchend über die Tastatur und tippten Buchstabe für Buchstabe. So sehr sich Wobsy auch bemühte, irgendwie wollte es nicht so recht klappen.
Löiunbe Ziutsante, ivch Woppbnsy ...
Nein, so ging das nicht. Seine Teddypfoten waren viel zu groß für die kleinen Tasten und die Zitante würde sein Kauderwelsch nie lesen können. Nun war guter Rat teuer. Seine Teddymama konnte er ja kaum um Hilfe bitten, denn wäre seine Überraschung keine Überraschung mehr.

Mensch!“, schoss es Wobsy plötzlich durch den Kopf. Wofür hat man schließlich Freunde?
Wobsy sprang vom Stuhl, lief zum Telefon und angelte sich den Hörer. Dann tippte er vorsichtig die Kurzwahltaste unter der die Telefonnummer von seinem „Menschen“ gespeichert war. Schon nach kurzem Klingeln meldete sich „Mensch“.
„Ich bin es, Wobsy“, plapperte er gleich los und Mensch freute sich, von Wobsy zu hören. Geduldig hörte er sich Wobsys Problem an und lachte.
„Aber natürlich helfe ich Dir", sagte Mensch. "Ich werde noch heute an Zitante Christa schreiben, damit Du zu Deinem Rezept kommst."
Wie versprochen setzte sich Mensch gleich nach dem Telefonat an den PC und schrieb der Zitante in Wobsys Namen eine Mail:


Liebe Christa,
da ich mit meinen Teddypfoten so schlecht auf der Tastatur schreiben kann,
habe ich "Mensch" gebeten, ein paar Zeilen für mich zu tippen....

Also, ich habe da ein kleines, leckeres Problem. Meine Teddymama und ich
schwärmen immer noch von Deinem Joghurtdressing, das Du damals zu Deinem
Salat gemacht hast, als wir bei Dir zu Besuch waren.
Immer wenn wir daran denken, läuft uns das Wasser im Mund zusammen. "Schmatz"
Meine Teddymama wollte das Dressing ja schon mal machen, aber sie sagt, Du hast
ihr noch immer nicht das Rezept geschickt. "Seufz"
Liebe Christa, kannst Du meiner Teddymama (endlich) das Rezept schicken?
Bitte, bitte! (in meine Teddypfoten klatsche)
Ich wäre Dir teddyriiiiiiieeeesendankbar und würde Dich bei unserem Wiedersehen
heftig durchknuddeln. Darfst mir dafür auch mal das süße Bäuchlein kitzeln. Hihihi.

So, und jetzt bleibe ich solange hier vor dem PC sitzen, bis die heißersehnte Mail von
Dir eintrifft.
(Kannst ja auch ein wenig Honig schicken. „Kicher“) Warten kann nämlich sehr anstrengend sein..... .

Gaaaanz liebe Teddygrüße und einen dicken Teddyschmatzer,
Dein Wobsy.


PS.: Danke auch dem "Mensch" fürs Schreiben.

Hallo Christa,
auch von mir liebe Grüße und ein schönes Wochenende.

Jürgen


Noch einen Klick und schon war die Mail auf der Reise. Derweil saß Wobsy zu Hause vor dem PC und wartete ungeduldig auf eine Antwort. Lange brauchte er nicht warten (vielleicht drei Pfoten Honig) bis es auf dem Bildschirm blinkte und die heißersehnte Mail eintraf.
Etwas umständlich öffnete Wobsy die Mail mit seinen Teddypfoten per Mouseclick. „Nur gut, dass meine Teddymama noch so mit der Gartenarbeit beschäftigt ist“, dachte sich Wobsy. So konnte er die Mail heimlich ausdrucken, ohne das die Teddymama es bemerkte.
Er nahm den Bogen Papier aus dem Drucker und schlich damit in sein Bett, um die Mail in aller Ruhe zu lesen:


Hallo, Wobsy,

na, wenn das mal keine Überraschung ist, von Dir mal Post zu bekommen... Deinem Menschen-Papa muss ich natürlich auch danken, dass er für Dich die mühselige Tipperei übernommen hat. Und bei Deiner Menschen-Mama muss ich mich entschuldigen *schäm*. Ich hatte es ihr doch schon längst versprochen, das Rezept zu schicken, aber immer wieder vergessen.

Dir kann ich das lange Warten natürlich nicht antun, deshalb also nachstehend das Grundrezept, das aber nach Belieben und Geschmack in der Menge variiert werden kann - ich könnte mir z.B. vorstellen, dass es mehr nach Deinem Geschmack wäre, wenn es statt der 2 Teelöffel 2 Esslöffel Honig wären...

Also:
125 g Mayonnaise (ich nehme immer Mager-Mayonnaise, von wegen der Kalorien...)
75 g Naturjoghurt
2 TL Honig
2 EL Süßer Senf
Salz und Pfeffer
Das alles miteinander verrühren - und fertig!

So, und nun bekomme ich diesen Schmatzer von Dir und Dein Bäuchlein krabbeln mache ich, wenn wir uns das nächste Mal sehen - einverstanden?

Dir und alle, die Du lieb hast, ein wunderschönes, sonniges und honiges Wochenende
vom Deinem Zi-Tantchen
Christa


Wobsy freute sich riesig über die Mail und schlug in seinem Bett einige übermütige Purzelbäume. Dann versteckte er das Rezept schnell unter dem Bett, damit es seine Teddymama nicht entdeckte.
Morgen, wenn seine Teddymama wieder so viel zu tun hatte, würde er sie mit einem leckeren Salat überraschen. Natürlich mit zwei Esslöffeln Honig.............


Anmerkung: Ich denke, dies ist mal eine nette Idee, auf die internette Zusammenarbeit von Christa, Jürgen und mir (Andrea) aufmerksam zu machen und den Lesern zu ermöglichen, ein wenig hinter die internetten Kulissen zu schauen. Aus diesem Grunde habe ich auch die Namen mit den jeweiligen HPs verlinkt.

© by A. Redmann / J. Kraußlach