Wobsy besucht Florian im Krankenhaus

Wobsy saß mit seiner Teddymama am Frühstückstisch. Normalerweise futterte er mit großem Appetit seinen geliebten Honig, mal über einer Portion Müsli, mal auf einem Brot, aber am liebsten pur. Heute aber hatte er gar keinen Appetit.
„Was ist mit Dir los, Wobsy? Bist Du krank?“ fragte ihn seine Teddymama besorgt.
„Nein, ich habe nur etwas Angst vor dem Besuch im Krankenhaus. Ich freue mich sehr, Flo wieder zu sehen und hoffe, dass er sich ein bisschen über unseren Besuch freut, aber ich habe Angst ihn so krank und verletzt zu sehen. Und auch vor dem Krankenhaus selbst fürchte ich mich.“
Die Teddymama nahm ihren kleinen Teddy auf den Schoß und bat ihn, wenigstens einen kleinen Bissen zu frühstücken: „Deine Angst kann ich verstehen und wir werden uns sicherlich ein bisschen erschrecken. Aber dennoch sollten wir uns vor dem Besuch bei Florian etwas stärken.“
Artig schleckte Wobsy eine Pfote voll Honig.
„Können wir uns jetzt auf den Weg machen?“ fragte er.

Eine knappe Stunde später kamen sie im Krankenhaus an. Am Empfang erfragte die Teddymama die Zimmernummer von Florian. Die Dame am Empfang antwortete:
„Er liegt jetzt auf Zimmer 208 im zweiten Stock. Er ist heute Früh von der Intensivstation auf dieses Zimmer verlegt worden.“
Die Teddymama bedankte sich, nahm Wobsy auf den Arm und ging mit ihm zu Florians Zimmer.
Auf den Gängen im Krankenhaus ging es sehr geschäftig zu, es roch nach Desinfektionsmittel und Ärzte und Schwestern liefen in weißen Kitteln von einem Zimmer ins andere.
Die Teddymama wollte gerade an der Zimmertür 208 anklopfen, als diese sich öffnete und Jogi und Gimpy standen vor ihr und Wobsy.
Florians Kollegen begrüßten sie freudig und an Florian gerichtet sagte Gimpy: „Da kommt die Wachablösung, Flo! Dich kann man ja keine Minute aus den Augen lassen!“ Dabei zwinkerte Gimpy ermunternd Wobsy und seiner Teddymama zu.
Wobsy zitterte immer noch etwas und ihm war mulmig. Der Krankenhausgeruch und die Hektik auf den Fluren des Krankenhauses hatten seine Befürchtungen und Ängste noch geschürt und sein Teddyherz schlug ihm bis zum Hals. Er klammerte sich fest an seine Teddymama.

Als Wobsy seinen Freund Flo sah, zuckte er nochmals zusammen und brummte nur ganz leise: „Hallo, Flo!“
„Hallo, Ihr Zwei! Kommt doch her, ich beiße nicht!“, versuchte Florian zu scherzen. Sein blaues Auge und die Prellungen ließen Florian noch sehr angeschlagen aussehen, aber an seiner Stimme konnte man erkennen, dass das Schlimmste wohl überstanden war: „Wobsy magst Du Dich hier auf mein Bett setzen? Aber bitte schlage keine Purzelbäume oder hopse. Dann muss ich lachen und das piekst gemein in meinen angeknacksten Rippen.“
Wobsy kletterte ganz sachte aufs Bett und setzte sich zu Florian. Die Teddymama schaute nun erleichtert und auch Wobsys Angst und Befürchtungen wischen langsam. Dennoch verhielt er sich sehr ruhig und vorsichtig.

Die Teddymama beobachtete ihren fast zu ruhigen Teddy und fragte ihn nach einer Weile:
„Na, Wobsy, was heckst Du schon wieder aus?“
„Iiiiiich?!“, protestierte Wobsy. „Gaaaaaar nichts! Ich überlege nur... hmmmm“
„Na, was denn? Raus damit!“, hakte Florian nach und stupste den kleinen Teddy freundschaftlich an.
Wobsy konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen und kuschelte sich vorsichtig an seinen Freund an. „Ich überlege... also... hmmm, na Du wirst doch auch Flo genannt.....“
„Ja, das stimmt! Und?“, fragte Florian neugierig.
„Na, wenn es bei Dir piekst und Du Flo heißt... vielleicht... sind es ja Flöhe die Dich pieksen!“, kicherte Wobsy leise.
Nun musste Florian doch ein wenig lachen und fasste sich an die Rippen.
„Wooobsy“, schimpfte die Teddymama und schaute den Teddy strafend an, der sich sofort unter die Bettdecke verkroch.
„Ist schon OK“, sagte Florian leise und holte Wobsy unter der Decke hervor. „Bei Dir hat man wohl immer was zu Lachen, was? Manchmal hat es Deine Teddymama bestimmt nicht leicht mit Dir“, sagte Florian und zwinkerte Wobsy zu.

Florian wollte Wobsy und seiner Teddymama gerade etwas über seinen Namen erzählen, als die Zimmertüre aufging und eine Krankenschwester das Zimmer betrat:
„Das ist richtig, dass Sie immer Besuch haben und nie alleine sind, aber nun wird es Zeit für ein paar Untersuchungen!“

Florian verabschiedete Wobsy und seine Teddymama: „Dann erzähle ich Euch das beim nächsten Wiedersehen. Über Euren Besuch habe ich mich riesig gefreut. Nun beschwatze ich den Arzt mal, dass er mich nach Hause lässt.“

 

© 2005 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach