Wobsy wird Maskottchen
Wobsy saß gerade am Küchetisch und naschte von seinem Honig, als es an der Tür
klingelte.
Normalerweise lässt sich Wobsy nicht stören, wenn seine Pfote in seinem
Lieblingshonig steckt. Doch dieses Mal ahnte er eine Überraschung und schaute
kurz aus dem Fenster. Vor dem Haus stand ein Feuerwehrauto.
Sofort sprang Wobsy vom Tisch. Der Honig tropfte unbeachtet von seiner Pfote.„Flooooriaaaan!
Floriaaaan kommt zu Besuch!“, rief Wobsy der Teddymama zu und lief zur Tür.
„Ist ja gut, ist ja gut, Du kleiner Wirbelwind“, lachte die Teddymama und
schnappte sich Wobsy. Gemeinsam öffneten sie die Haustür und begrüßten Florian.
„Hallo Wobsy!“, begrüßte Florian den kleinen bärigen Freund und gab ihm einen
freundschaftlichen Knuff, den Wobsy mit seiner klebrigen Pfote erwiderte. Noch
bevor Florian auch die Teddymama begrüßen konnte, entschuldigte sie sich bei
Florian für Wobsys Kleckerei.
Ungeachtet und kaum zur Ruhe ermahnt, überfiel Wobsy dennoch Florian mit Fragen:
„Bist Du endlich aus dem Krankenhaus? Wie geht es Dir, Flo? Fährst Du wieder
Feuerwehrauto?“
„He, he, nun lass Florian doch erst einmal reinkommen“, versuchte die Teddymama
Wobsy zu stoppen. „Er kommt ja gar nicht zu Wort.“.
Die Teddymama bat Florian herein und bot ihm eine Tasse Kaffee an. Während sie
in der Küche den Kaffee zubereitete, leistete Wobsy seinem großen Freund im
Wohnzimmer Gesellschaft.
Die Teddymama entnahm den Wortfetzen, die zu ihr in die Küche drangen, dass
Florian Wobsy vom Heiligen Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehrleute,
erzählte.
Sie brachte gerade ein Tablett mit den Kaffeetassen ins Wohnzimmer, als ihr
Wobsy aufgeregt entgegen sprang und sie beinahe umrannte.
„Stell Dir vor.... Duuuuu .... ich soll... soll Maske... werden.... oder so!“,
rief Wobsy aufgeregt. „Das hat mir Flo eben gesagt!“, brummte Wobsy weiter.
„Was sollst Du werden?“, wollte die Teddymama wissen, während Florian im
Wohnzimmer herzhaft auflachte.
„Na Maske... ne, Maskotte...... Flooooo! Was soll ich noch mal werden?“, rief
Wobsy aufgeregt, während die Teddymama die Tassen auf den Tisch stellte.
„Maskottchen, Wobsy. Maskottchen!“, erklärte Florian.
„Das meinte ich ja“, brummte Wobsy und kletterte wieder auf das Sofa.
„Maskottchen?“, fragte die Teddymama ungläubig. „Was denn für ein Maskottchen?“.
Florian trank einen Schluck Kaffe, bevor er zu erzählen begann:
„Also, es ist so: Als ich nach meinem Unfall im Krankenhaus lag, besuchten mich
ja auch meine Kameraden. Und mein Freund, der Jogi, brachte mir bei einem Besuch
einen kleinen Anhänger, einen Bären, als Glücksbringer mit. Dabei kam uns der
Gedanke, dass unsere Feuerwehrwache ja gar kein Maskottchen als Glücksbringer
hat. Also haben wir mit den anderen Kameraden darüber gesprochen. Die fanden die
Idee auch gut und wir haben lange überlegt, wer denn unser Maskottchen und
Glücksbringer werden könnte. Irgendwann schlug Jogi dann vor, den kleinen
Teddybären Wobsy zu nehmen, der uns in der Feuerwache besuchte. Alle waren
sofort begeistert damit einverstanden und so haben mich meine Kameraden
beauftragt, Dich Wobsy zu fragen, ob Du unser Maskottchen werden möchtest.
Natürlich würdest Du dann auch unserer Ehrenfeuerwehrteddy“, sagte Florian und
zwinkerte dabei der Teddymama zu.
„Au jaaaaaaaa!“, rief Wobsy und schlug übermütig Purzelbäume. „Ich werde
Feuerwehrteddy, ich werde Feuerwehrteddy!“, rief er dabei aufgeregt und war kaum
zu beruhigen. „Das muss ich gleich Mercy und Lisa erzählen“, drängte Wobsy und
holte das Telefon.
„Nun mal langsam“, bremste ihn die Teddymama. „Das können wir tun, wenn Florian
wieder gegangen ist“.
Nur langsam konnte sich Wobsy beruhigen und fing an, Florian auszufragen.
„Was muss ich denn als Maskottchen tun? Bekomme ich auch einen Helm? Darf ich
dann immer in die Feuerwache?“
Florian versuchte, alle Fragen von Wobsy zu beantworten, während er und die
Teddymama ihren Kaffee tranken.
„Wir werden ein Bild von Dir machen, Wobsy. Und das hängen wir dann in der
Feuerwache auf. Außerdem machen wir kleine Anhänger mit Deinem Bild, den jeder
Feuerwehrmann bekommt. Und wenn Veranstaltungen in der Feuerwache sind, bist Du
natürlich auch dabei“, versprach Florian.
„Na, da haben Sie ja etwas angerichtet“, sagte die Teddymama leise, als sie
Florian wieder zur Tür brachte.
„Warum?“, fragte Florian lächelnd und mit Unschuldsmine.
„Nun, Wobsy ist so aufgeregt... es wird heute kein anderes Thema mehr für ihn
geben. Und sicher muss er gleich auch noch alles seinen Freunden berichten.“
„Alles Weitere besprechen wir dann dieser Tage. Ich muss los.“, sagte Florian,
während er wieder ins Auto einstieg. Wobsy und die Teddymama winkten ihm nach,
bis das Feuerwehrauto hinter der Kurve verschwand.
© Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach 2005