Wobsy macht seine Teddymama neugierig
Schon seit Tage beobachtete Wobsy, das die Teddymama irgendwie anders war als
sonst.
Auch jetzt saß er im Sessel und schaute zu, wie die Teddymama Rezepte suchte,
Einkaufzettel schrieb und Freunde anrief.
Zudem stapelte sie in den letzten Tagen alle ankommenden Päckchen, Pakete und
Briefe auf einem Tisch. Immer wieder mal blieb sie vor diesem Tisch stehen und
bekam glänzende Augen. Dann wurde sie leicht nervös und seufzte leise vor sich
hin.
Auch jetzt stand sie wieder vor diesem Tischchen und las zum x-ten mal die
Absender der Post.
Wobsy schaute der Teddymama wieder eine Weile zu und fragte dann:
„Duuuhuuu, Mama, darf ich Dich mal was fragen?“
Die Teddymama drehte sich um und setzte sich neben Wobsy. „Natürlich darfst Du
mich was fragen. Schieß los, Wobsy“.
„Neeeee, ich will doch nicht schießen!“, brummte Wobsy und schaute die Teddymama
erstaunt an.
Die Teddymama musste bei dem Blick lachen. „Ach, Wobsy, das sagt man doch nur
so. „Schieß los! sagen die Menschen, wenn sie meinen, jemand soll anfangen zu
reden.“
„Ach sooooo“, brummte Wobsy. „Sage mal, warum stapelst Du eigentlich seit Tagen
Deine Post, ohne sie zu öffnen? Und warum wirst Du mit jedem Tag aufgeregter,
wenn Du an den Päckchen vorbei gehst? Und warum suchst Du ständig Rezepte und
warum telefonierst Du ständig mit Freunden und ….“.
„Stopp Wobsy“, bremste ihn die Teddymama. „Das waren mehr als eine Frage und ich
muss feststellen, dass Du ein ganz schön neugieriger Teddy bist!“
Wobsy grinste. „Aber das weißt Du doch, Mama“, kicherte Wobsy. „Aber… Duuuuu
bist genauso neugierig wie ich es bin“, brummte Wobsy grinsend.
„Wie kommst Du darauf, dass ich neugierig bin, Wobsy?“, wollte die Teddymama
wissen.
„Ooooch, das sehe ich in Deinen Auuuugen“, lachte Wobsy und schlug einen
übermütigen Purzelbaum. „So wie Du immer um die Päckchen schleichst… Tze, tze,
tze. „.
„Na warte, Du vorlauter Teddy“, lachte die Teddymama, die ihren Teddy schnappen
wollte, um ihn durchzukitzeln. Wobsy war aber schneller und mit einem weiteren
Purzelbaum entzog er sich den kitzelnden Händen. Nach einer kleinen Jagd rund um
den Tisch, packte die Teddymama ihren Bären und kitzelte ihn.
„Aaaauuufhööören! Auuufhöööööören“, kicherte Wobsy und versuchte sich zu
befreien.
Die Teddymama ließ Wobsy los und setzte ihn zurück aufs Sofa. Dann spendierte
sie ihm eine Pfote voll Honig, den sie aus der Küche holte.
„Also, Du Naseweis“, sagte die Teddymama.
Bei den Worten verdrehte Wobsy seine Augen und versuchte so, seine eigene
Nasenspitze zu sehen. „Die ist doch gar nicht weiß, ooooder?“, fragte Wobsy
erstaunt.
„Das ist doch nur so eine Redewendung, Wobsy“, erklärte die Teddymama.
„Ihr Menschen habt schon eine lustige Sprache“, brummte Wobsy. „Wir Teddys
brummen einfach und alle wissen Bescheid!“
„Du hast ja recht, Wobsy. Also, Du weißt doch, dass ich in ein paar Tagen
Geburtstag habe. Darum telefoniere ich mit Freunden, um sie zur Feier
einzuladen. Darum backe ich Kuchen und räume auf. Na ja und ansonsten sind
Teddymamas genauso neugierig und ungeduldig wie kleine Teddys…“.
Wobsy gönnte sich eine weitere Pfote Honig und schaute die Teddymama an. Dann
brummte er scheinbar gedankenverloren: „Also… schmatz… ich habe da ja auch eine
kleine, teddybärenmäßig suuuper tolle Megaüberraschung für meine Teddymama,
weißt Du. Aber die darf ich natürlich nicht verraten, weil, meine Teddymama hat
erst bald Purzeltag. Also psssst. Sage mal, Tante, hast Du auch so eine
weeeeeltbeste, suupertolle Überraschung, die Du meiner Teddymama nicht verraten
darfst? Und kennst Du auch das Geschenk von Mensch. Ich schooooooon!“
„Na warte, Woooobsyyyyyyyyyyy“, rief die Teddymama, „jetzt bist Du fällig!“ Laut
lachend lief sie Wobsy hinterher, der kichernd einen Purzelbaum nach dem andern
schlug.
© 2006 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach