Wobsy's ungewöhnliche Putzaktion
Wobsy hat es sich in seinem Sessel bequem gemacht, taucht gedankenverloren seine
Pfote in das Honigglas und schleckt sie ab. Dabei bemerkt er die Teddymama, die
auf der Terrasse steht und nachdenklich nach oben schaut. Wobsy wäre nicht Wobsy,
würde nicht sofort seine Neugierde geweckt. “Was die Mama da wohl anschaut?”,
denkt sich Wobsy, schleckt seine Pfote sauber und stellt das Glas beiseite.
Schon springt er vom Sessel und läuft ´zur Teddymama auf die Terrasse. Er stellt
sich dicht neben sie und schaut ebenfalls nach oben.
Wobsy stemmt seine Arme in die Seite und legt den Kopf von Rechts nach Links.
“Hmmm, Äääähm, Hmmmmm”, hört die Teddymama neben sich.
“Was ist denn mit Dir los, Wobsy?”, fragt sie ihren Teddybären, der dicht neben
ihr steht.
“Sage Du mir lieber was Du da oben so Interessantes siehst”, brummt Wobsy. “Ich
habe extra meinen bequemen Sessel verlassen und das Honigglas im Stich gelassen
um zu sehen…..”
Weiter kam Wobsy nicht, denn da hat ihm die Teddymama schon einen neckenden
Nasenstupser verpasst. “Das kommt davon, wenn kleine Teddybären ihre große
Neugierde befriedigen müssen”, lachte die Teddymama und nahm Wobsy auf den Arm.
“Siehst Du die Lampe da oben an der Wand? Das Glas ist schon ganz grün und
müsste dringend mal geputzt werden, Wobsy. Aber ich weiß nicht wie ich da ran
kommen soll. Die Leiter steht im Keller und ist mir viel zu schwer.”
“OK, das ist natürlich ein typischer Wobsy Teddybären Fall, den es zu lösen
gilt”, brummt Wobsy und schaut nachdenklich zur Lampe hinauf.
Als das Telefon klingelt, geht die Teddymama ins Haus und Wobsy bleibt alleine
zurück. Er klettert in den gemütlichen Strandkorb, starrt auf die Lampe, lässt
seinen Blick immer wieder kreisen und tut sehr nachdenklich. Plötzlich springt
Wobsy entschlossen aus dem Strandkorb und läuft in den Garten. Während die
Teddymama im Haus telefoniert ( was oftmals länger dauert) flitzt Wobsy im
Garten hin und her. Die Teddymama kann ab und an ein Brummen und Stöhnen hören,
dann wieder ein leises Schieben und Poltern. Gerade als sie nachsehen will, was
ihr Wobsy im Garten anstellt, ist es ruhig. Beruhigt setzt sich die Teddymama
wieder und telefoniert weiter. Dann plötzlich will sie ihren Augen nicht trauen.
“Was ist das denn?”, denkt sich die Teddymama. “Seit wann kann Wobsy fliegen?”
“Du ich muss Schluss machen”, erklärt die Teddymama ihrem Telefonpartner. “Mein
Wobsy scheint sich wieder irgendeinen Unfug ausgedacht zu haben…”
Schnell legt sie den Telefonhörer beiseite und läuft auf die Terrasse. “Wooobys,
was hast Du nun wieder angestellt?”, ruft die Teddymama und bleibt wie
angewurzelt in der Tür stehen. Die Teddymama ist völlig verdutzt, sieht ihren
Wobsy auf und ab fliegen und kann kaum fassen, was sie dort sieht. Dann fängt
die Teddymama herzhaft an zu lachen.
Wobsy hat das kleine Trampolin an die Hauswand geschoben und hält einen feuchten
Lappen in der Hand. Auf dem Trampolin hüpft er immer wieder auf und ab und jedes
Mal wenn er in Höhe der Lampe ist, wischt er schnell über die schmutzige
Glaskuppel, die nun schon viel sauberer aussieht.
“Wobsy, Du bist der Größe”, sagt die Teddymama lachend und anerkennend.
“Das ist doch genau das, was ich immer brumme”, sagt Wobsy mit breitem Grinsen
im Gesicht und etwas außer Atem.
Beim nächsten Hüpfer fängt die Teddymama ihren kleinen Schelm gekonnt auf.
“Komm, lass gut sein, Wobsy, die Lampe ist sauber genug”, sagt die Teddymama und
schaut zufrieden zur Lampe rauf. “Zur Belohnung hast Du Dir ein großes Eis mit
Honig verdient”, verspricht die Teddymama lächelnd.
Wobsy, der immer noch den nun schmutzigen Lappen in seinen Pfoten hält, brummt
etwas außer Atem: „Halt mich noch mal eben hoch, da ist noch ein grüner Fleck!“
Etwas abwesend tut die Teddymama ihm den Gefallen, schaut mit hochgestreckten
Armen nach oben und sucht dabei die Lampe nach dem vermeintlichen Fleck ab.
Wobsy lässt prompt den Lappen so ganz versehentlich absichtlich fallen und
dieser landet der Teddymama voll auf dem Gesicht.
„Boah, auf die Idee hätten wir sofort kommen können. Wenn Du mich sofort
hochgehoben hättest…..“ motzt Wobsy.
Die Teddymama schüttelt sich und gesteht: „Nun habe ich ja meine gerechte
Strafe, dass ich schon wieder so lange telefoniert habe. Und glaube mir, Du
Schelm, wenn Du mir von Deinen akrobatischen Übungen so nah an der Hauswand im
Voraus erzählt hättest, wäre ich sehr schnell auf diese Idee gekommen. ---- Boah,
Wobsy, Du hättest Dir alle Knochen brechen können. --- Nun aber schnell an das
versprochene Eis!“
Wenig später sitzt er stolz in dem Strandkorb und schleckt sein Eis mit Honig.
Die Teddymama setzt sich neben Wobsy und lässt sich einen Cappuccino schmecken.
“Ich bin richtig stolz auf Dich, Wobsy”, sagt die Teddymama und streicht Wobsy
über den Kopf. „Das hast Du dennoch alleine richtig vorsichtig, umsichtig und
gut gemacht.“
Wobsy schiebt sich dabei genüsslich die nächste Pfote Eis mit Honig ins Mäulchen
und lehnt sich entspannt zurück
“Hmmmm?”, brummt er dabei leise und legt dabei seinen Kopf zur Seite.
“Was überlegst Du, Wobsy”, will die Teddymama wissen.
“Na….. welche wobsylogische Aufgabe ich nun machen kann, damit ich Nachschub
bekomme”, brummt Wobsy grinsend und zeigt auf das fast leere Eis……
© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach (2011)