Wobsy und die Staubmäuse

Es war der erste Advent und die Teddymama hatte Lisa und Mercy zum Kekse essen und zum Kakao trinken eingeladen.
Während sich Mercy und Wobsy noch eine Pfote Honig gönnten, unterhielt sich die Teddymama mit Lisa.
Dann suchten sie die Weihnachtsdekorationen und Bastelmaterial zusammen.
„Morgen muss ich wohl mal wieder gründlich saugen“, hörten die beiden Teddys die Teddymama zu Lisa sagen. Hier sind schon kleine Staubmäuse. Und unterm Bett werden sicherlich auch wieder welche sein.
„Ich kann ja helfen, die Mäuse zu beseitigen“, bot Lisa an, doch die Teddymama lehnte dankend ab.
„Das ist lieb, Lisa, aber das mache ich schon. Vielleicht morgen, wenn Du mit Wobsy und Mercy spielen gehst“.
Kaum hörte Wobsy seinen Namen, spitzte er neugierig die Ohren. „Hast Du das gehört, Kumpel“, flüsterte er und stieß seinem Freund Mercy den Ellenbogen in die Seite.
„Was meinst Du?“, fragte Mercy eher gelangweilt und ließ sich weiter den Honig schmecken.
„Na, das mit den Staubmäusen… oder so“, flüsterte Wobsy geheimnisvoll.
„Du meinst die, die unter dem Bett wohnen?“, schmatze Mercy. „Die haben wir auch zu Hause. Lisas Mama hat auch schon öfter von diesen Viechern geredet…..“.
„He, Kumpel, hast Du schon mal so ne Maus gesehen?“, fragte Wobsy neugierig.
„Neee. Du etwa?“, brummte Mercy weiter Honig schleckend.
Wobsy schüttelte wortlos den Kopf. Dann sprang Wobsy plötzlich auf und schob das Honigglas beiseite. „Los, Kumpel, wir gehen auf Epe… Expudi… also.. .auf Entdeckungsreise“, brummte Wobsy geheimnisvoll.
„Du meinst Exposition“, verbesserte Mercy besser wissend.
„Genau Mercy, das meinte ich. Los komm!“, forderte Wobsy seinen Freund auf. „Besorgen wir erst mal unsere Ausrüstung.“
„Ausrüstung?“, wiederholte Mercy. „OK, ich nehme die Verpflegung“, brummte er und schnappte sich die Honiglutscher.
„Du denkst auch nur ans futtern“, brummte Wobsy kopfschüttelnd und sprang vom Sessel.
„So wie Duuuuuu“, brummte Mercy ein wenig beleidigt zurück.
„Iiich? Ich doch nicht?“, motze Wobsy grinsend.
„Ach nein? Und wer steckte kopfüber im Stiefel nur weil er...“
Weiter kam Mercy nicht, denn da hatte er auch schon Wobsys Pfote in den Rippen.
Die beiden Teddys streckten sich gegenseitig die Zunge heraus und kicherten leise vor sich hin. Dann besorgten sich die beiden Teddys zwei von diesen kleinen Taschenlampen, die man am Schlüsselbund befestigen konnte.
„Wir nehmen die mit dem blauen Licht“, beschloss Wobsy. „Wenn es gefährlich wird, spielen wir damit Feuerwehr oder Polizei und machen Blaulicht“.
„… und wer macht Tatü Tata?“, fragte Mercy kichernd.
Wobsy verdrehte nur die Augen und packte seinen Freund an der Pfote. Los komm jetzt, bevor die Teddymama und Lisa uns vermissen.“ Die Beiden machten ihre Taschenlampen an und schlichen ins Schlafzimmer. Vor dem Bett legten sich die beiden Teddys flach auf den Bauch und starrten unter das Bett.
„Ich sehe nix, Wobsy“, sagte Mercy.
„Pssst, nicht so laut Mercy. Die Viecher sind vielleicht scheu.“
„OK“, flüsterte Mercy und die beiden Teddys leuchteten mit ihren Lampen unter das Bett. Weit konnten sie aber nicht sehen, denn irgendetwas lag da im Weg.
„Mist“, flüsterte Wobsy, „wir müssen tiefer drunter und hinter diese Tasche da….“
Kaum war Wobsy etwas tiefer gekrochen, spürte er von dem Staub ein Kribbeln in der Nase und musste niesen.
„Psssst“, machte Mercy und grinste. „Los, kriech vor“, flüsterte Mercy und stubste Wobsy an.
„Iiiich? Willst Du nicht…. vor?“
„Nöööö, Wobsy, ich kenne mich hier nicht aus. Du bist hier zu Hause“, redete sich Mercy heraus.
„Na toll!“, brummte Wobsy und kroch todesmutig tiefer unter das Bett. Mercy folgte dicht hinter ihm und musste leise kichern.
„Was gibt es da zu kichern?“, brummte Wobsy leise und drehte sich zu seinem Freund um. „Hast Du so eine Staubmaus gesichtet?“
„Neeee“, kicherte Mercy weiter, „nur ein blau schimmerndes Wobsystummelschwänzchen“.
Wobsy schaute zunächst etwas verwirrt. Dann fiel sein Blick auf sein Stummelschwänzchen, das tatsächlich in dem Licht der Taschenlampe blau schimmerte.
„Unser Blaulicht“, kicherte Mercy und neckte damit seinen Freund. Jetzt musste auch Wobsy ganz spontan loskichern und niesen.
„Blödmann“, brummte Wobsy grinsend. „Los, weiter. Vielleicht finden wir ja noch so eine Staubmaus.“
„Ob die beißen?“, fragte Mercy ein wenig ängstlich.
„Bestimmt nicht“, versicherte Wobsy mit wenig überzeugender Stimme. „Aber pass besser hinter mir auf, man weiß ja nie…“, trug er seinem Teddyfreund auf.
„OK“, brummte Mercy grinsend. „Ich sichere Dich nach hinten ab.“ Mercy hatte den Satz noch nicht zu Ende gesprochen, da zwickte er Wobsy, der ganz platt auf den Boden gedrückt nach vorne robbte, ganz sachte an der hinteren Pfote.
„Boooaaaahhhhhh!“, brummte Wobsy los, zuckte erschrocken nach oben, stieß sich den Kopf unter dem Bett und plumpste zurück auf den Boden.
„Was ist denn los, Kumpel?“, fragte Mercy scheinheilig und bemühte sich, sein Kichern zu unterdrücken.
„Staubmäuse!“, keuchte Wobsy mit wild pochendem Herzchen.
„Eeeecht? Wo denn?“, fragte Mercy und zwickte Wobsy erneut ins Bein. Dann hielt es Mercy nicht länger aus. Als er Wobsys Gesichtsausdruck sah, kullerte er sich heftig lachend unter dem Bett herum. Mercy musste so heftig kichern, das er sein Teddybäuchlein halten musste, weil es schon wehtat.
„Toller Freund“, brummte Wobsy ein wenig beleidigt. „Jetzt sind diese komischen Mäuse bestimmt alle weg.“
„Dann.. dann können sie ja nicht mehr… zwicken“, prustete Mercy und kullerte sich weiter auf dem Boden rum.
Jetzt konnte sich auch Wobsy nicht mehr halten und kicherte los. „Na warte“, drohte er jetzt auch lachend. „Das zahle ich Dir irgendwann heim?“
Nachdem sich die beiden Teddys ein wenig beruhigt hatten, krochen sie unter dem Bett hervor. Durstig liefen sie Seite an Seite zurück ins Wohnzimmer, um etwas zu trinken. Auf dem Weg dorthin stieß Wobsy seinen Freund in die Seite. „Das war klasse oder? Wann unternehmen wir unsere nächste Epidion?“
Ehe Mercy antworten konnte, waren die beiden zurück bei Lisa und der Teddymama.
„Wie seht ihr denn aus?“, fragte die Teddymama und auch Lisa schaute die beiden Teddybären kopfschüttelnd an. „Ihr seid ja voller Staubmäuse!“
„Boooaaaaaahhhhhhh Hiiiiilfeeeeeeeeee!“, brummten die beiden Teddys wie aus einem Mäulchen. „Woooo denn? Macht die weeeeg!“
Jetzt waren Lisa und die Teddymama diejenigen, die laut auflachten. Sie nahmen ihre Teddys auf den Arm und befreiten Mercys und Wobsys Fell von den Staubmäusen. Als Wobsy wieder einigermaßen staubfrei war, nahm die Teddymama einen von den kleinen Staubkügelchen und zeigte sie den Teddys.
„Das hier, das sind Staubmäuse“, erklärte die Teddymama. „Aber nun verratet uns doch mal, wo ihr euch wieder rumgetrieben habt, dass ihr so verstaubt ausseht.“
Wobsy und Mercy schauten erst auf das Staubbüschelchen bevor sie gemeinsam und wie abgesprochen laut loslachten.
„Also, also das war so….“, kicherte Mercy, schaute dabei grinsend zu Wobsy und fing sich sogleich einen Knuff von seinem Freund ein.
„Ach, ihr ward auf Expedition!?!“ sagte Lisa.
„Ach so heißt das!“ Jetzt mussten alle Vier herzhaft lachen.

© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach 2006