Strafe muss sein
(Fortsetzung von: Wobsy sehnt sich nach Schnee)


Folgsam und etwas bedrückt machten sich Wobsy und Mercy an die Arbeit und räumten das Schaumchaos im Bad auf.
Währenddessen waren die Teddymama und Lisa in die Küche gegangen.
„Das hätte echt schlimm enden können für Wobsy und Mercy!“ sagte Lisa.
„Ja, das sehe ich genauso und mache mir etwas Vorwürfe, dass wir nicht besser auf die Beiden geachtet haben“, entgegnete die Teddymama.
„Ja, aber wir haben doch nicht überall Augen und Ohren“, kam spontan Lisas Entgegnung.. „Dennoch müssen wir uns etwas einfallen lassen, damit die Beiden aus dieser Erfahrung eine nachhaltige Lehre ziehen,“ sagte die Teddymama und stöberte in ihren Backbüchern.
„Strafe muss sein?“ fragte Lisa.
„Ja, aber ich denke eine süße, lehrreiche Strafe, und nicht eine aus der Luft gegriffene wie Stubenarrest, Schimpfen oder gar Schlagen. Ist schon schlimm, was man derzeit überall so hört.“ Die Teddymama sprach mehr mit sich selbst als mit Lisa. Dennoch hörte Lisa gut zu und diskutierte mit der Teddymama: „Ja, da habe ich großes Glück. Ein paar Klassenkameraden von mir geht es da nicht so gut.“
„Glück? Lisa, das hat nichts mit Glück zu tun. ….. Schau mal, hier habe ich ein Rezept gefunden für einen Schneekuchen. Wenn Wobsy und Mercy aufgeräumt haben müssen sie zur Strafe Schnee schlagen. Und mit diesem Eischnee backen wir dann diesen Kuchen. Das Schneeschlagen ist ganz schön anstrengend, schon für uns Menschen, aber für kleine Teddys besonders. Und normalerweise benutzen wir dafür ja auch den Mixer oder die Küchenmaschine, um uns diese Arbeit zu ersparen, aber heute müssen das die Beiden von Hand machen.“
Derweil kamen Wobsy und Mercy ziemlich erschöpft in die Küche getapst.
„Was müssen wir von Hand … öhm Pfote machen, “ gähnte Wobsy.
„Schnee schlagen!“ antwortete die Teddymama streng.
„Nein, davon haben wir die Nase gestrichen voll“, protestierten die beiden Teddys wie aus einem Maul.
„Strafe muss sein!“ sagte Lisa und stellte jedem Teddy eine Rührschüssel mit Eiweiß und Zucker vor die Pfoten. Sie reichte den beiden Teddys die Schneebesen und ließ sie arbeiten.
Brummig machten sich die beiden ans Werk.
Währenddessen belegte die Teddymama einen Tortenboden mit eingemachten Früchten und übergoss ihn mit Tortenguss.
Als Wobsys und Mercys Kräfte nun völlig nachließen, übernahmen die Teddymama und Lisa die restliche Arbeit.
Der gezuckerte feste Eischnee wurde nun in einen Spritzbeutel gefüllt und auf das Backpapier spritze die Teddymama nun Eischneerosetten.
Wobsy und Mercy konnten ihre Knopfaugen kaum noch offen halten. So trug Lisa sie aufs Sofa, wo Beide im Nu einschliefen.
Knapp zwei Stunden später war der Eischnee im Backofen als Baiser getrocknet und Die Teddymama und Lisa verzierten den Obstboden. Sie legten die Baiserrosetten derart, dass sie wie kleine Schneemänner aussahen. Als Augen dienten winzige Schokokleckse und als Nase bekamen diese Backofenschneemänner ein winziges Stück kandierte Kirschen platziert.
Als Wobsy und Mercy sich vom Unfug, vom Schreck und von der Strafe erholt hatten und die Augen aufschlugen stand vor ihnen ein Schneekuchen.
Bei Kakao und Kuchen erklärte die Teddymama den Teddys aber auch Lisa noch einmal ganz genau, was hätte alles passieren können und dass sie hoffe, alle hätten aus diesem Abenteuer gelernt.

© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach 2006