Wobsy rettet das Straßenfest

Schon seit einiger Zeit war die Teddymama damit beschäftigt, den Eltern in der Nachbarschaft bei der Organisation eines Straßenfestes zu Gunsten des Kindergartens zu helfen.
Wobsy verfolgte interessiert die Vorbereitungen und besonders gespannt war er auf die geplante Teddyausstellung. Natürlich erzählte er auch seinen Freunden Lisa und Mercy von dem geplanten Straßenfest. Selbst Findel-Teddy, der seit einiger Zeit bei dem Opa wohnte, wurde informiert.
Da die drei Freunde der Teddymama bei den Vorbereitungen helfen wollten, übertrug sie ihnen kleine Aufgaben. So gestalteten die drei kleine Flugzettel, die sie in der Nachbarschaft verteilen wollten, damit auch möglichst viele Leute von dem Straßenfest und den finanziellen Problemen des Kindergartens erfuhren.

Je näher der geplante Termin für das Fest kam, umso nervöser und aufgeregter wurde Wobsy.
Es verging ja auch kein Tag, an dem der Teddymama nicht Bastel- und Handarbeiten gebracht wurden, die auf dem Straßenfest zum Kauf angeboten werden sollten. Auch eine riesige Kiste stand bei der Teddymama im Wohnzimmer, wo die Gewinne der Tombola sich sammelten.

Dann endlich war es soweit. Der Tag des Straßenfestes war gekommen. Wobsy durfte die Teddymama in den Kindergarten begleiten und bei der Organisation helfen.
Gerade als das Fest beginnen sollte, zogen dunkle Wolken auf und die Teddymama schaute mit den Erzieherinnen und Eltern besorgt in den Himmel. Wenig später fielen die ersten Tropfen und es wurden langsam immer mehr.
Der Aufbau der Verkaufsstände hatte wenig Zweck.
„Na, das fehlt uns noch“, sagte eine der Erzieherinnen des Kindergartens.
„Ja, das ist zu dumm“, stimmte die Teddymama zu. „So werden bestimmt kaum Besucher kommen“, sagte sie sichtbar enttäuscht. „Und Grillen können wir so auch nicht….“.
„Da wird das Fest wohl im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen“, hörte Wobsy Lisa traurig sagen.
„Ja, das wird sicherlich ein Reinfall, zumal wir auch Gäste von den Behörden und der Presse eingeladen haben, um auf unsere Probleme mit den fehlenden Kindergartenplätzen aufmerksam zu machen!“ resignierte der Vorstand der Elterninitiative.
Wobsy sah die traurigen und verärgerten Gesichter und überlegte, wie man das Fest doch noch retten könne.
Plötzlich huschte ein breites Grinsen über sein Gesicht und er versetzte seinem Freund einen kleinen Knuff. „Komm mit, ich habe eine Idee“, flüsterte Wobsy und zog seinen Freund hinter sich her.
„Was hast Du denn vor, Wobsy?“, fragte Mercy neugierig.
„Nun, wozu bin ich denn Feuerwehrteddy?“, sagte Wobsy stolz. Er verschwand mit Mercy im Büro des Kindergartens und kletterte auf den Schreibtisch, um ans Telefon zu kommen. Dann wählte er die Nummer von seinem Freund Florian auf der Feuerwache. Zuerst meldete sich ein Kamerad von Florian, doch nach einem kurzen Gespräch mit Wobsy rief er Florian ans Telefon. Kaum war Florian am Hörer überschlugen sich Wobsy Worte.
„Haaaalloooo, Wobsyyyyy!“, unterbrach ihn Florian. „Langsam und der Reihe nach, bitte, sonst verstehe ich doch kein einziges Wort“, versuchte Florian seinen kleinen Teddyfreund zu beruhigen.
Wobsy holte tief Luft und begann noch einmal ganz von vorne zu berichten. Dieses Mal bemühte er sich, möglichst langsam zu erzählen.
„Ach Florian! Heute ist doch das Straßenfest zugunsten des Kindergartens hier bei uns in der Nachbarschaft. Und wir stehen alle im Regen!“
Florian hörte seinem Teddyfreund aufmerksam zu und nachdem Wobsy zu Ende berichtet hatte, überlegte er kurz. Dann sagte Florian: „Nun Wobsy, natürlich können wir einen Feuerwehrkameraden nicht im Regen stehen lassen“, sagte Florian schmunzelnd. „Ich werde mal die anderen Kameraden zusammenrufen und die Sache mit ihnen besprechen.“
„Uuuiiiiii, ich wusste, dass ich mich auf Dich verlassen kann“, brummte Wobsy freudig und schlug einen übermütigen Purzelbaum. „Bis gleich, Florian.“
Wobsy und Mercy gingen zurück zu den anderen, die bekümmert im Flur des Kindergartens standen und die Regentropfen an den Fensterscheiben beobachteten.
„Das war es dann wohl mit unserem Fest“, sagte die Teddymama enttäuscht und resigniert..
„Ach was“, brummte Wobsy mit breitem Grinsen. „Wir lassen und doch von dem bisschen Regen nicht unterkriegen.“
Die Teddymama schaute Wobsy von der Seite an. „Wie meinst Du das Wobsy? Was hast Du wieder ausgeheckt? Komm schon, raus mit der Sprache. Ich kenne doch diesen Gesichtsausdruck bei Dir nur zu gut….“.
Noch bevor Wobsy oder Mercy etwas sagen konnten, war kurz die Sirene der Feuerwehr zu hören.
„Na, das fehlt ja noch zu unserem Glück“, sagte eine der Kindergärtnerinnen. „Jetzt brennt es auch noch irgendwo in der Straße!“
„Aber neiiiiiiiiiiiin!“ rief Wobsy laut. „Das sind meine Freunde…! Los kommt!“, rief Wobsy und zerrte seine Teddymama zur Straße.
Die Eltern und Kindergartenkinder liefen zur Straße und unter heftigem Beifall bauten die Feuerwehrleute große Zelte auf. So standen schließlich all die Stände im Trockenen und ein Feuerwehrmann übernahm sogar das Grillen der Bratwürstchen.

„Woher wissen Sie denn, dass unser Fest hier drohte, ins Wasser zu fallen?“, fragte eine der Erzieherinnen schließlich einen der Feuerwehrmänner.
„Ich glaube, ich weiß, wer da nachgeholfen hat“, sagte die Teddymama lächelnd und gab Wobsy einen Stups auf die Nase. „Ich danke Dir, Wobsy“, flüsterte die Teddymama ihrem Bären ins Ohr und drückte ihn kurz.

Mittlerweile waren die neugierigen Gäste auch eingetroffen und vergaßen den Regen schnell bei den Attraktionen, die das Straßenfest und der Kindergarten zu bieten hatten.
Die vielen Kinder umringten vor allen Dingen die Feuerwehrautos und Feuerwehrmänner.
„So, alle mal herhören!“ rief Florian. „Wer hat denn Lust, eine Runde mit der Feuerwehr zu fahren?“
„Iiiiiiiich!“, riefen alle Kinder gleichzeitig und die Erwachsenen lachten. „Aber zuerst unsere beiden Helden hier!“, sagte die Teddymama und hob Wobsy und Mercy in das Feuerwehrauto.


© Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach 2005

 

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Anmerkung:

15 Jahre Verein „Brüser Zwerge e.V.“


Am 23.4.1990 fand die Gründungsversammlung des Vereins „Brüser Zwerge e.V.“ statt, der auch heute noch die Trägerschaft einer zweizügigen Kindertageseinrichtung ausübt.

Da kommen nach nunmehr 15 Jahren Erinnerungen auf.
Einige dieser Erinnerungen sind in die obige Teddygeschichte eingeflossen.
So hat damals im Mai 1990 tatsächlich ein sehr verregnetes Straßenfest mit „Feuerwehreinsatz“ im Bonner Stadtteil Brüser Berg stattgefunden.

Schon damals galt unser Anliegen, einen Kindergarten für 50 Kinder zu schaffen, als Provisorium, welches maximal zwei Jahre Bestand haben sollte. Aus den 2 Jahren sind nunmehr 15 Jahre geworden. Und dennoch gilt es heute noch als provisorische Einrichtung.

Die Eltern der fünften Kindergartengeneration arbeiten und engagieren sich mit dem gleichen Elan wie wir damals für die Schaffung heute für den Erhalt und die Fortführung dieser Einrichtung.

Zwar haben sich die Probleme gewandelt. Damals mangelte es an Kindergartenplätzen. Heute geht es u.a. um den baulichen Erhalt dieser „provisorischen“ Einrichtung. Geblieben ist die Aufgabe an die nötigen finanziellen Mittel zu kommen, um die Kinderbetreuung und Arbeitsplätze zu erhalten.