Wobsy plant
eine Überraschung für Lisa
Wobsy kam vom Spielen zurück, kletterte auf das Sofa und zupfte seiner Teddymama
am Hosenbein. „Duuuuu, Mama!“ sagte Wobsy und der Tonfall entlockte der
Teddymama ein leichtes Schmunzeln. Nur zu genau kannte sie ihren Teddy und
wusste, wenn Wobsy in diesem Tonfall brummt, hatte er etwas auf dem Herzen.
„Moment bitte, Wobsy, ich lese hier gerade einen Brief“, sagte die Teddymama und
versteckte ihr Schmunzeln hinter dem Blatt Papier. „Wenn ich fertig bin, habe
ich Zeit für Dich.“
Wobsy lehnte sich auf dem Sofa zurück und ließ seinen Blick kreisen. Es schaute
von unten auf den Brief, den die Teddymama in der Hand hielt, brummte leise vor
sich hin, zupfte gelangweilt an dem Kissen und schnitt Grimassen. Nach dem
dritten unüberhörbarem „Teddyseufzer“ musste die Teddymama doch kichern und ließ
den Brief sinken.
„Na, Wobsy, dann erzähle mal! Was hast Du denn auf dem Herzen?“
Sofort sprang Wobsy auf, hüpfte bei der Teddymama auf den Schoß und brabbelte
los.
„Langsam, Wobsy, langsam“, stoppte ihn die Teddymama. „Ich verstehe ja kein
Wort.“
Nach einem kurzen Brummen, fing Wobsy noch einmal von vorne an zu erzählen.
„Aalllsooo, daaas ist sooo…..“, erzählte Wobsy nun betont langsam, was ihm einen
liebevollen Knuff von der Teddymama einbrachte. Wobsy kicherte, ließ sich auf
seinen Po fallen und erzählte von neuem.
„Also, die Lisa hat nächste Woche Geburtstag, Mama. Das hat sie eben erzählt. Am
Dienstag, hat sie gesagt. Und da müssen wir uns etwas einfallen lassen“, sagte
Wobsy überzeugt.
„Warum müssen wir uns da etwas einfallen lassen?“ wollte die Teddymama wissen.
„Es ist doch Lisas Geburtstag.“
„Ja, schoooon“, stimmte Wobsy zu. „Lisas Eltern haben zwar wieder Arbeit und
sind nicht mehr ganz so arm, aber nun haben sie keine Zeit sich etwas für Lisas
Geburtstagsfeier auszudenken.“
„Nun, da müssen wir natürlich uuuuuuuuunbedingt etwas unternehmen“, stimmte die
Teddymama zu. „Wo doch Lisa Deine beste Freundin ist!“ neckte sie ihren Teddy.
Wobsy lief rot an und streckte der Teddymama kurz die Zunge raus. Er fühlte sich
ertappt und etwas verlegen, aber recht hatte die Teddymama schon. Wobsy hatte
Lisa sehr lieb.
Die Teddymama nahm Wobsy auf den Arm und die beiden überlegten gemeinsam, was
man an Lisas Geburtstag machen kann.
„Eine Schnitzeljagd wäre doch nett“, schlug die Teddymama vor.
„Eine Schnitzeljagd?“ brummte Wobsy. „Wir sollen gebratene Schnitzel jagen???
Ihhhh!“
Die Teddymama lachte laut auf. „Ach Wobsy. Ihr sollt doch keine Schnitzel jagen.
Das heißt doch nur so. Bei diesem Spiel werden an verschiedenen Stationen kleine
Zettel mit Hinweisen versteckt, wo man den nächsten Hinweis findet“, erklärte
die Teddymama.
Die Teddymama erklärte Wobsy die genauen Spielregeln einer Schnitzeljagd und
zusammen überlegten sie die einzelnen Stationen und Hinweise.
Plötzlich gähnte Wobsy laut und seine Teddymama schaute auf die Uhr. Für Wobsy
war es schon reichlich spät geworden.
„So, Wobsy, genug für heute. Es gibt zwar noch eine Menge zu tun, aber wir haben
bis Dienstag ja auch noch ein paar Tage Zeit. Du gehörst jetzt ins Bett!“
Wobsy war wirklich bärenmüde und tapste ohne Widerrede erst ins Bad und dann in
sein Bett. Seine Teddymama kam noch mal an sein Bettchen, um ihm wie an jedem
Abend eine Gute Nacht zu wünschen und einen Gute-Nacht-Kuss zu geben, aber Wobsy
war in Sekundenschnelle eingeschlafen. Ganz vorsichtig gab sie ihrem kleinen
Teddy einen Kuss auf die Stirn und ging zurück ins Wohnzimmer.
Lisas
Eltern müssten eingeweiht werden, dachte
sich
die Teddymama,
rief kurzerhand dort an und besprach mit Lisas Mutter die
Überraschung. Sie freute sich sehr
und war richtig erleichtert, dass Lisa nun doch eine Geburtstagsfeier haben
würde. Mit den Worten „Ich steure aber Lisas Geburtstagskuchen und ein paar
kleine „Preise“ für die Schnitzeljagd hinzu.“ verabschiedete sich Lisas Mutter.
Während Lisa am nächsten Morgen in der Schule war, nahm die Teddymama ihrem
kleinen Wobsy das Versprechen ab, Lisa nur ja nichts zu verraten, wenn sie am
Nachmittag zusammen spielen würden. Er solle einfach so tun, als habe er Lisas
Geburtstag schon wieder vergessen.
„Aber, Mama, wie soll ich das denn vergessen?“ empörte sich Wobsy und stemmte
seine Pfoten in die Seite und brummte etwas ärgerlich.
Die Teddymama schmunzelte, erzählte Wobsy von dem Telefonat mit Lisas Mama und
dass die Schnitzeljagd damit beginnen würde, dass er Lisa an ihrem Geburtstag an
der Schule abholen würde.
„Ich darf also ganz ehrlich ein bisschen schummeln?“ Nun grinste auch Wobsy.
„Das ist kein Schummeln, das ist nur die ganze Wahrheit noch ein bisschen für
sich behalten, Wobsy! Wenn Lisa Dich also fragt, ob Du am Dienstag Zeit hast,
entschuldigst Du Dich und sagst ihr ganz ehrlich, dass Du am Dienstag schon
etwas vor hast.“
„Puuuh! Das wird schwer, aber ich versuche es!“
© 2005 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach