Wobsy und der Waldgeist

Wobsy saß mit seinen Freuden Lisa und Mercy im Garten auf der Wiese und beobachtete die Bienen, die von Blüte zu Blüte flogen.
„Hat einer von euch eine Idee, was wir jetzt spielen können?“, fragte Lisa nach einer Weile.
Die Teddymama hatte die Worte von Lisa gehört und ging zu den drei Freunden.
„Was haltet ihr denn davon, wenn wir in den Wald gehen, um dort Beeren zu suchen? Ich habe das schon ewig nicht mehr gemacht und vielleicht finden wir ja welche.“
„Au ja“, sagte Lisa, „das ist eine prima Idee!“ Auch die beiden Teddys stimmten begeistert zu.
„Was sammeln wir denn für Beeren?“, fragte Mercy neugierig und zupfte Lisa am Ärmel.
„Himbeeren“, sagte Wobsy schnell. „Oder… oder Erdbeeren, Blaubeeren, Braunbären….“
„Braunbäääären??!!“, rief Mercy ängstlich. „Nöööö, da komme ich nicht mit!“
Wobsy fing laut an zu kichern und schlug übermütig und lachend einige Purzelbäume auf dem Rasen.
„Aber Mercy, Du musst keine Angst haben, der Wobsy wollte Dich doch nur ärgern“, sagte die Teddymama schmunzelnd. „Hier gibt es doch gar keine Braunbären. Nur übermütige Teddybären!“ Sie nahm Wobsy auf den Arm und gab ihm einen Stups auf seine kleine Nase.
Mercy wurde ein wenig rot und schaute Wobsy mit kleinen Augen an. „Na warte, das zahle ich Dir heim“, versprach Mercy.

Wenig später machten sich die drei Freunde mit der Teddymama auf den Weg in den Wald.
Lisa und die Teddymama trugen kleine Rucksäcke, in denen sie auch Proviant für ein kleines Picknick eingepackt hatten. Etwas zu trinken, einige Brote und natürlich Honig für Wobsy und Mercy. Nach einiger Zeit hatten sie den Waldrand erreicht und hielten Ausschau nach den begehrten Waldbeeren. Sie hatten schon eine Weile gesucht, als Mercy plötzlich ganz laut rief: „Hiiier heeeer. Ich glaube hier sind Beeeeeeren!“
Sofort liefen Wobsy, Lisa und die Teddymama zu Mercy.
„Mercy hat einen tollen Platz gefunden“, sagte Lisa begeistert. Vor ihnen am Boden leuchteten unter grünen Pflanzen viele rote Walderdbeeren, die nur darauf warteten, endlich gepflückt zu werden.
Schon gingen die Teddymama und Lisa in die Hocke, um Mercy und Wobsy beim Pflücken zu helfen. Ihre Rucksäcke hatten sie an dem kleinen Rastplatz abgelegt.
Während Mercy eine kleine Pause vom Pflücken machte, beobachtete er ein kleines, flinkes Tier, das in die Mülltonne des Rastplatzes kroch. Er hatte so einen Gesellen schon mal gesehen und wusste von Lisa, dass es ein Waschbär war. Diese Waschbären leben schon lange in der Nähe der Städte und Menschen, weil es dort – auch in den Mülltonnen – reichlich Nahrung gibt.
Mercy hatte den Streich von Wobsy noch nicht vergessen und das war die Gelegenheit, es Wobsy heimzuzahlen. Er ging langsam in Richtung Mülltonnen und rief dann: „Uuiiiii, hier gibt es auch viele und schöne Beeren!“
„Was? Wooo, zeig mal!“, rief Wobsy und lief zu Mercy. Schon hockte er am Boden, auf der Suche nach der größten Walderdbeere. Dabei bemerkte er gar nicht, wie sich Mercy vorsichtshalber wieder etwas entfernte. „Sage mal, Wobsy, hast Du denn gar keine Angst vor den Waldgeistern?“, fragte Mercy scheinheilig. „Ich glaube, ich würde mich alleine hier fürchten!“.
„Ach was, Waldgeister, die gibt es doch gar nicht“, sagte Wobsy überzeugt. „Außerdem sind wir doch richtige Bären. Und die fürchten keine Waldgeister!“
Mercy hob ein kleines Steinchen auf und zupfte Lisa am Ärmel. Auch die Teddymama bemerkte Mercys grinsen. „Passt mal auf“, flüstere Mercy den Beiden zu.
Kaum hatte er es ausgesprochen, nahm er das kleine Steinchen und warf ihn gegen die Mülltonne. Eine Sekunde später schepperte der Deckel der Tonne, der Waschbär sprang heraus, sauste an Wobsy vorbei und verschwand im Unterholz.
Sofort stand Wobsy wie versteinert da, starrte auf die Mülltonne und schrie dann auf: „Hiiiiiiiilllfeeeeeee! Maaaaaaamaaaa, ein Waaaaldgeist. So schnell ihn seine kleinen Pfoten trugen, rannte er die wenigen Meter zur Teddymama und flüchtete bibbernd in ihre Arme!“
„Oh Wobsy, das war aber ein flinker Waldgeist“, lästerte Mercy. „Oder war es etwa eine Riesen - Beere?“. Schon prustete Mercy laut lachend los und rollte sich am Boden. „Richtiiige… richtige Bääääären… fürchten ja keine…. Waldgeister!“, foppte Mercy seinen Freund.
„Mercy, Du bist aber gemein zu Wobsy!“ tadelte Lisa ihren Teddy. Dabei versuchte sie so ernst wie möglich zu schauen, was ihr jedoch sehr schwer fiel.
So lachten schließlich auch die Teddymama und Lisa laut auf.
„Was war denn das?“ fragte Wobsy mit immer noch etwas bebender Stimme.
„Na, das war ein Waldgeist!“ Mercy konnte es noch nicht lassen, seinen Freund zu necken. „Oder für Teddys, die nicht an Waldgeister glauben, war es ein Bär!“ Mercy grinste hinter vorgehaltener Pfote.
„Ja, ein Bär war es wirklich!“ erklärte nun Lisa. „Es war ein Waschbär.“
Lisa erklärte nun auch Wobsy, dass es in diesem heimischen Wald zwar keine gefährlichen großen Bären gibt, aber eben dieses kleine pfiffige Wesen, welches man Waschbär nennt, auch wenn es eigentlich biologisch oder genetisch betrachtet nicht zur Bärenfamilie gehört. Vor Scham und weil Wobsy sich von Mercy auf den Arm genommen fühlte, lief er rot an. Mercy aber reichte ihm nun die Pfote.
„Komm schlag ein“, sagte Mercy grinsend. „Jetzt sind wir quitt!“
„Ja und nun gehen wir noch zum Bach runter und machen unser Picknick! Vielleicht haben wir ja Glück und können dort die „Waldgeister“ beobachten,“ sagte die Teddymama lächelnd und sie machten sich auf den Weg.

 

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