Wobsy´s Aprilscherz
Am 1. April hatte sich der Frühling schon am frühen Morgen gemeldet, aber Wobsy kam nicht aus den Federn, obwohl die Sonne warm vom Himmel schien und ihn sogar schon an der Nase gekitzelt hatte. Gegen Mittag erst polterte er völlig verschlafen die Treppe hinunter in die Küche und wollte sich sein Honigfrühstück einverleiben. Da begrüßte ihn seine Teddymama mit den Worten: „Hallo Wobsy! Auch schon ausgeschlafen?“
Wobsy brummte nur verschlafen vor sich hin. „Wobsy, ab ins Bad! Wasche Dir mal die Schlafläuse aus Deinem Pelz!“
Die lästigen Schlafläuse kannte Wobsy nur zu gut. Abends ärgerten sie einen, wenn man nun überhaupt noch keine Lust hatte, ins Bett zu gehen und an so manchem Morgen wollten sie einen am Aufstehen hindern.
So brummte Wobsy: „ Heute sind diese Schlafläuse wieder besonders lästig, dabei scheint es draußen richtig schön zu sein und ich bin nachher auch mit Lisa und Mercy auf dem Spielplatz verabredet.“
Bevor er allerdings ins Bad schlich, tauchte er einmal seine Pfote in den Honigtopf und stärkte sich.
Die Fuhre Wasser in seinem Teddyfell hatte dann die Schlafläuse schnell verscheucht und nach wenigen Minuten kam er richtig fröhlich wieder zu seiner Teddymama.
„Darf ich auf den Spielplatz?“
„Ab mit Dir und grüße Lisa und Mercy von mir!“ hörte Wobsy noch als er durch den Garten zum Spielplatz lief.
Lisa und Mercy begrüßten Wobsy freudig. Plötzlich verzog Lisa das Gesicht und wurde ganz ernst: „Na, Wobsy, was hast Du denn heute schon ausgeheckt?“ Sie unterdrückte bei den Worten ihre eigene Belustigung.
„Wieso?“, fragte Wobsy unschuldig. „Ich bin doch ein braver Teddy“, erwiderte er mit einem Augenzwinkern.
„Nun“, erklärte Lisa wieder freudig, „heute ist doch der 1.April und da spielt man Streiche. Das heißt dann „In den April“ schicken.“
„Au fein! Das ist ja teddylustig“, jubelten Wobsy und Mercy und schlugen übermütig Purzelbäume auf dem Rasen.
Wenig später steckten Lisa, Mercy und Wobsy ihre Köpfe zusammen, tuschelten und kicherten. Wobsy hatte den beiden Freunden von seinen lästigen Schlafläusen berichtet und aus dieser Idee dachten sie sich nun einen Aprilscherz für die Teddymama aus.
„Au jaaaaaa!“, rief Wobsy plötzlich. „Das mache ich! Ich erzähle Euch dann später, ob es funktioniert hat“, gluckste Wobsy und lief aufgeregt zurück ins Haus.
Unbemerkt tapste Wobsy die Treppe nach oben und stöberte zunächst in den Bastelsachen seiner Teddymama. Kichernd schnappte er sich eine kleine Tüte voller Konfetti und lief damit ins Schlafzimmer. Er kletterte ins Bett und machte sich unter der Bettdecke zu schaffen. Wenig später lief er so ernst wie nur möglich schauend die Treppe hinunter und rief aufgeregt nach seiner Teddymama. „Oh weh, oh weh... Hiiilfe“, schrie er fast und rannte zu seiner Teddymama in die Küche.
„Was ist denn mit Dir los, Wobsy?“, fragte sie und legte das Messer beiseite, mit dem sie sich gerade ein Brot schmieren wollte.
„Im Bett... im Bett da tummeln sich gaaaanz viele bunte Schlafläuse!“, rief Wobsy aufgeregt, sein Grinsen unterdrückend.
„Schlafläuse?“, fragte die Teddymama ungläubig. „Ach Wobsy, Du willst mich wohl auf den Arm nehmen?“
„Neiiiiin, wirklich nicht“, protestierte Wobsy. „Das ganze Bett ist voll damit! Eeeeehrlich!“
„Wobsyyyy, hast Du wieder Unfug gemacht?“, wollte die Teddymama nun wissen.
„Wer iiiich? Ich doch nicht“, protestierte Wobsy. Verschämt und in sich hinein kichernd schaute Wobsy zur Seite.
„Na, dann will ich mal nachschauen gehen, was Du wieder angestellt hast“, sagte die Teddymama gespielt streng und ging nach oben. Wenig später drang ein lauter, nur scheinbar wütender Schrei durchs Haus. „Woooobsyyyyyyy! Du Schlingel!“
Wobsy platzte sein unterdrücktes Kichern nun heraus, während oben der Staubsauger anfing die „Schlafläuse“ zu jagen und zu fressen.
Kurz nachdem der Staubsauger seine Arbeit beendet hatte, kam die Teddymama zurück in die Küche. „Wobsy, Du Schlingel“, schimpfte sie mit einem Grinsen im Gesicht. „Was sollte das denn werden?“ Als sie in die Küche kam, saß Wobsy auf dem Tisch und schleckte sich gerade seine mit Honig verschmierte Teddypfote ab.
„April, April“, kicherte Wobsy und genehmigte sich eine weitere Pfote voll Honig.
„Du kleiner Honigdieb“, lachte die Teddymama und versetzte Wobsy einen kleinen aber zärtlichen Klaps auf den Rücken.
„Aber warte nur, der erste April ist noch nicht zu Ende....“, drohte sie mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht.
„April, April ist eine tolle Sitte von euch Menschen“, lachte Wobsy und lehnte sich mit vollem Bäuchlein zurück. Dennoch fragte er etwas schuldbewusst: „Bist Du mir auch nicht böse?“
„Aber nein“, beruhigte ihn die Teddymama, „so ist das nun mal am ersten April. Es ist doch schön, einfach mal so lachen zu können, Wobsy. Auch über sich selbst.... Ich hätte ahnen müssen, dass Du mit Deiner Fantasie die Schlafläuse zum Vorschein bringen würdest.“
© 2004 by A. Redmann / J. Kraußlach