Wobsy und das Feuerwerk


Es war kurz vor Sylvester und morgen würde der Feuerwerkverkauf in den Geschäften starten. Lisa, Mercy und Wobsy saßen im Wohnzimmer und schauten sich die vielen Prospekte der Feuerwerkskörper an, die den Zeitungen beilagen.
„Duuuuuu, können wir auch feuerwerken????“, rief Wobsy seiner Teddymama zu, die davon wenig begeistert zu sein schien.
„Wenn es unbedingt sein muss, könnt ihr auch ein paar Raketen zünden“, stimmte die Teddymama dennoch zu. „Allerdings solltet ihr Euch von Florian beraten lassen, auf was man alles achten muss. Ich bin mir sicher, wenn wir ihn höflich fragen, schaut er sicherlich mal bei uns vorbei“.
„Darf ich das machen?“, fragte Lisa die Teddymama und eilte zum Telefon.
„Gerne Lisa, wenn Du möchtest“.
Schon wählte Lisa die Telefonnummer der Feuerwache und ließ sich Florian geben. Er hörte sich Lisas Anliegen an und versprach, später am Nachmittag bei ihnen vorbeizuschauen.

Gegen 16 Uhr klingelte es an der Tür und die Teddymama öffnete. Sie begrüßte Florian und bedankte sich bei ihm dafür, dass er sich Zeit für sie genommen hatte. Sie bat ihn ins Haus und bot ihm eine Tasse Kaffee an. Wobsy, Mercy und Lisa warteten schon ungeduldig auf den Feuerwehrmann und überfielen ihn auch gleich mit Fragen.
Lachend hob Florian die Hände. „Langsam, langsam, und einer nach dem anderen“, stoppte er die drei. „Wenn ich alle durcheinander redet, kann ich ja gar nichts verstehen“.
Die Teddymama servierte Florian eine Tasse Kaffee und Wobsy, Mercy und Lisa eine Tasse Kakao.
Dann fing der Feuerwehrmann an, ganz allgemeine Tipps zum Abbrennen von Feuerwerkskörper zu geben. So riet er, in der Sylvesternacht alle Fenster zu verschließen, damit nicht eine außer Kontrolle geratene Rakete ins Fenster fliegt und einen Brand auslöst.
„Und was ist, wenn ein Feuerwerk nicht zündet?“, fragte nun die Teddymama.
Der Feuerwehrmann schaute die drei eindringlich an. „Wenn ein Feuerwerk nicht zündet, dürft ihr es auf gar keinen Fall aufheben und noch einmal zünden. Oftmals explodieren Feuerwerkkörper erst nach Minuten. Es sind dann so genannte Blindgänger. Auch dürft ihr sie nicht mehr anzünden, weil die Zündschnur dann viel zu kurz ist. So ein Böller kann Euch ohne weiteres die Pfoten wegreißen. Wenn ihr „Glück“ habt, tragt ihr „nur“ schwere Verbrennungen davon“.
Gebannt hörten die drei Florian zu, der alles genau erklärte, obwohl sie gar keine Fragen stellten und nebenbei noch einige schockierende Bilder von Verletzungen zeigte.
„...und noch eines“, sagte Florian mit strengem Tonfall. „Feuerwerkskörper gehören NICHT in die Hände von kleinen Kindern oder Teddys. Sie dürfen nur und ausschließlich von Erwachsenen Personen gekauft und gezündet werden. Wenn ihr das alles beherzigt, kann so ein Feuerwerk eine sehr schöne Sache sein.“
Wobsy brummte leise vor sich hin und Lisa sprach aus, was die beiden Teddys dachten:
„Ich glaube, wir schauen besser aus dem Fenster und beobachten von dort aus das Feuerwerk. Das ist sicherer und kostet nichts“.
„Das ist eine gute Idee“, lobte die Teddymama. „Und das gesparte Geld spenden wir dem Tierheim, damit es den armen Tieren auch etwas besser geht.“
„Das ist eine sehr gute Idee“, sagte Florian. „Denn die Tiere leiden besonders, wenn es draußen so knallt und böllert“.
„Au jaaaaaa!“, rief Wobsy begeistert und schlug mit Mercy einen Purzelbaum. „Können wir dann persönlich im Tierheim vorbei schauen??“
„Aber ja“, sagte die Teddymama. „Ich denke, das ist möglich. Ich werde auch dort einmal nachfragen“.
Sie bedankten sich bei Florian und begleiteten ihn zur Tür. „Schön, dass ich euch etwas helfen konnte und dass ihr so vernünftig ward und um Rat gefragt habt. Leider sind nur wenige so vernünftig, wie ihr es seid. Vielleicht besucht ihr mich ja bald mal wieder in der Feuerwache.“
„Au jaaaaaaaa!“, riefen die Drei einstimmig.

 

© 2004 by Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach