Wobsy geht baden
Wobsy lag auf dem Sofa und streckte alle Pfoten und Arme von sich. Wochenlang
war es jetzt schon heiß und selbst Wobsy tobte nicht mehr so wild herum.
„Hmmm, jetzt eine Pfote Honig“, dachte sich Wobsy, doch dafür hätte er aufstehen
müssen. Und dafür war er gerade viel zu faul. „Dann muss ich wohl mal meinen
Teddycharme spielen lassen“, dachte sich Wobsy.
„Maaamaaaa! Liiiebe liiiiebe Maaamaaaa!“, rief Wobsy und wartete.
Dann kam auch schon die Teddymama um die Ecke. „Was hast Du denn, Wobsy?“
„Duuu, ich bin doch ein lieber Teddy, oder?“, fragte Wobsy mit einem Schmunzeln
im Gesicht.
„Ja Wobsy, das bist Du. Und was hast Du wirklich auf dem Herzen?“
„Och menno, immer durchschaust Du mich!“, protestierte Wobsy gespielt und
grinste in sich hinein. „Aber, aber dafür musst Du mir jetzt das Glas Honig
bringen“, brummte Wobsy und verschränkte die Arme vor der Brust.
Die Teddymama schaute Wobsy ein wenig überrascht an. Dann ging sie zu ihm, legte
die Hand auf seine Stirn und machte Zissssch. „Oh, oh, das muss wohl am Wetter
liegen“, sagte die Teddymama nachdenklich. „Typisch Teddyhitzefieber. Da hilft
nur eine Abkühlung in der Waschmaschine… sagen wir bei… 20 Grad und Honigentzug
für … 3 Tage. Dann müsste es Wobsy wieder besser gehen!“ Die Teddymama drehte
sich um und war bemüht, nicht laut loszulachen. So sehr hatte sie sich über
Wobsys Gesichtsausdruck amüsiert.
„Heeee!“, protestierte Wobsy beleidigt. „Du bist gar kein Teddydoktor. Und bei
Teddyhitzefieber ist Honig die beste Medi… Medinin…. Ähm..“.
„Du meinst Medizin“, sagte die Teddymama schmunzelnd.
„Sage ich doch!“, motzte Wobsy. „Also Medinin. Und die willst Du dem armen,
schwachen, völlig schlappen Wobsy nicht geben?“. Wobsy machte voll auf Mitleid
und hatte alle Mühe, nicht laut loszuprusten.
„OK“, sagte die Teddymama. „Also erst eine Pfote Teddymedizin und dann als
Abkühlung eine Runde Waschmaschine!“
„Niiiiiiiiiiiiemals!“, protestierte Wobsy, sprang auf und flüchtete ins
Schlafzimmer. „Niiiemals. Ich bin ein echter Wobsyteddy. Und der kommt niemals
in die Waschschine“, meckerte er noch, als er die Treppe ins Schlafzimmer hinauf
tapste.
„Waschmaschine, Wobsy. Waschmaschine“, rief ihm die Teddymama lachend nach.
„Egal, wie auch immer das Ding heißt“, motze Wobsy und verschwand.
Die Teddymama schmunzelte und holte schon mal das Honigglas aus dem Schrank. Sie
wusste das Wobsy schon bald wieder in die Küche kommen würde. Solch kleine
Neckereien waren normal zwischen ihnen.
Solange Wobsy im Bett lag, wollte die Teddymama noch etwas aufräumen. Was sie
nicht wusste, Wobsy hatte auf den Weg ins Schlafzimmer eine kleine
Puppenbadewanne gefunden, die die Teddymama im Flur abgestellt hatte, um sie in
den Keller zu bringen.
Als Wobsy die Wanne sah, huschte ihm ein verschmitztes Lächeln über das
Teddygesicht.
Wenig später wartete er ungeduldig auf seine Teddymama. Dann hörte er sie die
Treppe hinauf kommen und Wobsy bemühte sich, ganz ernst zu bleiben. Dann kam die
Teddymama ins Zimmer und blieb erschrocken stehen.
„Wooobsyyyyy! Was machst Du denn da?“, rief sie erschrocken.
„Ich kühle mich ab“, sagte Wobsy und bemühte sich, ernst zu bleiben.
„Du kannst Dich doch nicht einfach ins Wasser setzen…..“, sagte die Teddymama,
lief zu Wobsy und wollte ihn aus der Wanne heben.
Als sie Wobsy gerade aus der
Puppenwanne heben wollte, bemerkte sie, dass der Badeschaum nur Watte war.
„Reingelegt, reingelegt!“, rief Wobsy, sprang aus der Wanne und schlug trotz der
Hitze übermütige Purzelbäume. „Hättest mal DEIN Gesicht sehen sollen!“, lachte
Wobsy.
„Du Schelm!“, sagte die Teddymama und lachte ebenfalls laut auf. „OK, dann sind
wir ja quitt. Und nun? Wie wäre es mit einer Pfote voll Honig?“
„Au jaaaaaaaaaaaa!“, brummte Wobsy und sprang der Teddymama in den Arm. „Und was
ist mit der Waschine?“
„Waschmaschine, Wobsy. Waschmaschine. Die ist für kleine Wobsys natürlich tabu“,
sagte die Teddymama und gab Wobsy einen Stups auf die Nase.
© Andrea Redmann und Jürgen Kraußlach 2006