Wobsy wird "Pate"

Wobsy gönnte sich gerade eine Pfote Honig, als es an der Tür klingelte. Die Teddymama schaute aus dem Küchenfester und sah das Feuerwehrauto vor der Tür stehen.
„Das ist bestimmt Florian“, sagte sie zu Wobsy und ging, um die Tür zu öffnen.
„Uiiiiiih, Floooriaaaan!“, rief Wobsy, sprang vom Stuhl und lief zur Tür. Die Teddymama hatte schon geöffnet und Florian begrüßte seinen Freund.
„Hallo Wobsy“, sagte Flo und ging in die Hocke, um Wobsy auf den Arm zu nehmen.
„Hallo Florian!“, rief Wobsy und drückte seinen Freund, so fest er nur konnte.
Während Wobsy versuchte, Flo zu erdrücken, bat ihn die Teddymama herein und bot eine Tasse Kaffee an.
„Die nehme ich gerne“, sagte Florian und ging mit Wobsy ins Wohnzimmer. Dort angekommen, löste er Wobsys Arme von seinem Hals und schaute seinen Freund fragend an.
„Kann es sein, dass Du eben Honig genascht hast?“, wollte Flo wissen und wischte Reste von dem klebrigen Zeug von seinem Hals.
Wobsy schaute Flo schuldbewusst an und wurde rot. „Na, ist ja nicht so schlimm, Kumpel“, beruhigte ihn Flo und gab Wobsy einen Knuff. „Soll ja gut für die Schönheit sein…“.
„Aber wohl eher im Gesicht“, sagte die Teddymama und reichte Florian einen feuchten Waschlappen. Dann brachte sie den Kaffee ins Wohnzimmer und die drei setzten sich.
„Das finde ich aber toll, dass Du uns besuchst“, sagte Wobsy, nachdem er seine Pfote sauber geschleckt hatte und setzte sich zu Florian auf den Arm.
„Ich bin hier, weil wir Dich am Samstag brauchen, Wobsy. Du musst am Samstag unbedingt um 10 Uhr zur Feuerwache kommen!“.
„Zur Feuerwache? Oh klasse“, freute sich Wobsy. „Was soll ich denn da? Kann ich meine Freunde mitbringen? Und die Teddymama? Aber das geht ja gar nicht. Wir wollten ja am Wochenende Honigkuchen backen? Oder können wir das verschieben?“.
Florian und die Teddymama lachten und versuchten Wobsy zu beruhigen. „Nun mal langsam, Wobsy“, sagte die Teddymama. „Lass doch Florian erst einmal in Ruhe erzählen“.
„Ja Florian, nun erzähle doch endlich“, drängelte Wobsy weiter und es sah aus, als würde er jeden Moment vor Neugierde platzen.

„Also Wobsy, natürlich kann Deine Teddymama mitkommen. Und auch Deine Freunde darfst Du mitbringen. Es wird sogar die Zeitung da sein und ganz viele Leute von der Stadt“, erklärte Flo.
„Die Zeitung und die Stadt?“, hakte die Teddymama nach. „Das klingt nach etwas größerem…“
„Ja“, sagte Flo. „Wir bekommen eine neue Feuerwehr und die muss natürlich getauft werden. Und da Wobsy das Maskottchen der Feuerwache ist, haben wir uns beraten und beschlossen, den neuen Löschzug auf den Namen „WOBSY 1“ zu taufen. Was hältst Du davon, Wobsy?“

Wobsy saß sprachlos da und starrte Flo an. „Ist… ist das wirklich… wahr?“, fragte er vorsichtig. Als er sah, dass Flo nickte, sprang Wobsy auf und schlug übermütige Purzelbäume.
„Ich werde Pate, ich werde Pate, uuiiiiiiih, woooow, das muss ich meinen Freunden erzählen!“, rief Wobsy übermütig. „Was muss ich da denn tun?“, fragte Wobsy nervös und Florian erklärte, was für den Tag geplant war.

„Na, hoffentlich kann Wobsy die nächsten Tage noch schlafen“, sagte die Teddymama schmunzelnd, als sie Florian wenig später zur Tür brachte und verabschiedete.


 

© Andrea Redmann / Jürgen Kraußlach