Wobsy – Zusammen geht alles leichter
In den letzten Tagen ging es bei Wobsy daheim ziemlich hektisch zu. Während
Wobsy mit seinen Freunden Lisa und Mercy spielte, fiel ihm diese Hektik nicht so
sehr auf, außer vielleicht, dass sich die Teddymama nur ganz selten um die drei
Freunde gekümmert hatte.
Wie an vielen Abenden zuvor auch lagen nun an diesem Abend Wobsy und seine
Teddymama auf der Couch. Als Wobsy gerade seine Teddymama bestürmte, um mit ihr
wie an den meisten Abenden, zu knuddeln und zu kuscheln, oder über den Tag zu
sprechen, sah Wobsy, dass seine Teddymama tief und fest schlief.
So stieß er sie erst einmal ganz sanft an. Sie reagierte nicht. Wobsys zweiter
Knuff fiel etwas heftiger aus, aber auch diesen Knuff schien die Teddymama nicht
zu spüren. Bei Wobsys dritter Attacke brummte er laut: „Mama, aufwachen! Wir
müssen knuddeln!“
Die Teddymama schreckte hoch und schaute Wobsy etwas böse an.
„Kannst Du mich nicht mal in Ruhe lassen?“ fuhr sie den kleinen Bär an.
Wobsy erschrak. Das hatte er bei seiner Teddymama noch nie erlebt. Mit gesenktem
Kopf und zitternd krabbelte er von der Couch herunter und ging ohne ein weiteres
Wort ins Bett. Im Bett begann er fürchterlich zu schluchzen und zu weinen. Seine
Gedanken überschlugen sich:
„Was habe ich denn getan? Hat meine Teddymama mich nicht mehr lieb? Warum
schreit sie mich an? .....“
Der kleine Teddy steigerte sich immer mehr in seine trüben Gedanken und Fragen.
Ganz grau, fast schwarz wurden seine Fantasien:
„Ich habe meine Teddymama geärgert. Ich bin böse gewesen. Ich bin ihr eine Last!
....“
Die Teddymama war unterdessen auf der Couch wieder eingeschlafen. Die letzten
Tage waren wirklich ungeheuer anstrengend gewesen. Zudem hatte sie einige
Probleme und Sorgen. Und nirgends waren Lösungen für diese Probleme und Sorgen
in Sicht.
So hörte sie auch nicht das immer lauter werdende Weinen und Schluchzen des
kleinen Bären.
Wobsy zitterte trotz der warmen Bettdecke am ganzen Leib und zudem bebte sein
Körper vom Weinen und Schluchzen. Seine trüben Gedanken wurden immer dunkler und
beängstigender.
Plötzlich schrie er ganz laut: „HIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIILLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLLFFFFFFFFFFFFFFE!“
Die Teddymama schreckte hoch und folgte sofort diesem Schrei. Sie lief die
Treppe hinauf und sah ihren kleinen Wobsy. Sein Fell und das Kissen waren feucht
von all den Tränen und er zitterte am ganzen Leibe. Sie nahm den kleinen Bären
in den Arm und fragte besorgt: „Was ist denn los, Wobsy? Bist Du krank?“
„Weiß........iiii............ich nicht............. ha....abe Angst!“ stotterte
Wobsy und drückte sich von seiner Teddymama weg und kroch ganz unter die
Bettdecke.
„Wobsy, komm bitte heraus!“ bat ihn seine Teddymama.
„Iii....ich kkk....aannn nicht!“
„Bitte, Wobsy!“
Geduldig blieb die Teddymama an Wobsys Bett sitzen und wartete bis der kleine
plüschige Kerl sich etwas beruhigt hatte. Das dauerte gar nicht so lange, denn
durch die Nähe zur Teddymama wurde Wobsy recht schnell ruhiger. Auf einmal
krabbelte er unter der Decke hervor und fragte: „Hast Du mich lieb?“
Sofort breitete die Teddymama ihre Arme aus. Wobsy kletterte auf ihren Schoß und
ließ sich in die Arme nehmen.
„Was ist denn das für eine Frage? Natürlich habe ich Dich lieb!“
„Bin ich Dir eine Last?“
„Wobsy, höre bitte auf mit diesen Fragen. Nein, Du bist mir keine Last!“
„Mir kam das aber in den letzten Tagen so vor. Und heute Abend wolltest Du noch
nicht mal kuscheln!“
„Ach, Wobsy, ich bin einfach sehr müde und habe dennoch kaum Zeit mich
auszuruhen.“
Wobsy suchte den Blick seiner Teddymama: „Du hast Probleme und Sorgen und sooooo
viel Arbeit! Warum gibst Du davon nicht mal was ab?“
Wieder einmal erstaunte der kleine Teddy seine Mama: „Ja, Wobsy, aber ich glaube
nicht, dass mir jemand meine Sorgen und Probleme abnehmen kann.“
„Nein, meine Angst, ich wäre Dir eine Last oder Du hättest mich nicht mehr lieb,
konnte mir auch niemand abnehmen.“ brummte der kleine Bär. „Aber ich habe mein
Problem gelöst!“
Nach einer kleinen Pause fügte Wobsy hinzu: „MIT DIR! Erzähle mir doch Deine
Probleme und Sorgen. Manchmal haben auch kleine Teddys Lösungsvorschläge! Und
bei Deiner Arbeit helfen wir Dir morgen. Das geht nicht an, dass Du alles
alleine machst und dann keine Zeit mehr für uns hast.“
Die Teddymama drückte ihren Wobsy ganz fest an sich und flüsterte ihm ins Ohr:
„Danke!“
Nach einer kleinen Pause fragte Wobsy: „Darf ich heute Nacht bei Dir schlafen?
Dann brauche ich keine Angst mehr zu haben und ich passe auch auf, dass Du in
Ruhe schlafen kannst!“
Die Teddymama lachte und sagte: „Dann mal ab ins Bett mit uns Beiden!“
© by A. Redmann / J. Kraußlach